Der körperliche Tribut des Versuchs war unmittelbar.
Manche Menschen verbringen ihr ganzes Leben damit, still und leise Geschichte zu schreiben. Sie üben im Stillen und verfeinern ihre Fähigkeiten fernab der Öffentlichkeit. Doch für andere erfordert das Schreiben von Geschichte, so viel Lärm wie physisch möglich zu machen.
Die Skala sprengen
Ein australischer Mann hat sich kürzlich ins globale Rampenlicht gebrüllt. Joseph McGrail-Bateup gelang eine atemberaubende Stimmleistung, die lokale Beobachter verblüffte.
Er wurde offiziell zum lautesten Mann der Welt gekürt. Bei einem überwachten Test erreichte seine Stimme erstaunliche 122.4 Dezibel.
Laut einem Bericht von 20 Minutes entspricht diese immense Schallleistung problemlos dem ohrenbetäubenden Lärm eines startenden Verkehrsflugzeugtriebwerks. Sie spiegelt auch das intensive Heulen einer nahen Krankenwagensirene wider.
Alte Grenzen durchbrechen
Der 58-Jährige schaffte es, einen Rekord zu brechen, der über drei Jahrzehnte lang Bestand hatte. Bereits 1994 erreichte eine nordirische Schullehrerin namens Annalisa Flanagan 121.7 Dezibel.
Den offiziellen Titel zu sichern, erfordert mehr als nur zufälliges Schreien. Die Regeln besagen, dass der Teilnehmer ein echtes Wort deutlich artikulieren muss.
Flanagan rief zuvor „Quiet“, um ihren Preis zu beanspruchen. Diesmal wählte der australische Rekordbrecher eine einfachere Option und rief „Now“, um die Krone zu erobern.
Ein schmerzhafter Sieg
Der körperliche Tribut des Versuchs war unmittelbar. McGrail-Bateup musste seinen Körper an die absolute Grenze bringen, um den Ausdruck für die Juroren erkennbar zu machen.
„Ich brauchte sieben Versuche, um ein einziges Wort zu schaffen, und meine Stimme war die nächsten Tage kaputt“, sagte er gegenüber ABC News Australia. Er bemerkte: „Sie war heiser. Es war furchtbar. Man kann also nicht wirklich dafür trainieren.“
Trotz der rauen Erholung übt er seine laute Stimme regelmäßig. Die Regierung ernannte ihn 2017 zum offiziellen Stadtschreier der Hauptstadt Canberra.
Es geht weiter
Dies ist nicht sein erstes Mal, dass er die Geschichtsbücher neu schreibt. Zuvor hielt er einen Weltrekord im Bogenschießen, nachdem er zehn Pfeile in etwas mehr als einer Minute abgefeuert hatte.
Ein junger Junge brach diesen Rekord schließlich, doch der Australier macht sich deswegen keine Sorgen. Er hat keine Pläne, ihn zurückzugewinnen.
„Wenn mich jemand schlägt, ist das fantastisch“, schloss der neue Rekordhalter fröhlich. Er fügte hinzu: „Rekorde sind dazu da, gebrochen zu werden.“
Quellen: 20 Minutes, ABC News Australia