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Milliardär argumentiert, dass 125 Millionen Arbeitnehmer im KI-Zeitalter keine Einkommensteuer mehr zahlen könnten

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Die Aussicht auf weitreichende Arbeitsplatzverluste trifft nun auf ein größeres Problem: Wie Regierungen ihre Steuereinnahmen aufrechterhalten sollen, wenn weniger Menschen traditionelle Gehälter beziehen.

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Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in alltägliche Arbeitsumgebungen, nicht nur in Demonstrationen im Silicon Valley. Software verfasst inzwischen Routineberichte, prüft Lebensläufe und bearbeitet Versicherungsansprüche. In manchen Unternehmen stellen Nachwuchskräfte fest, dass die Einstiegsaufgaben, die sie früher übernommen haben, zunehmend automatisiert werden.

Das breitere Bild auf dem Arbeitsmarkt wandelt sich. Der Bericht Die Zukunft der Arbeit 2025 des Weltwirtschaftsforums schätzt, dass bis 2030 weltweit 92 Millionen Stellen wegfallen könnten. In den USA teilte Challenger, Gray and Christmas mit, dass im Jahr 2025 mehr als 50.000 Stellenstreichungen mit KI in Verbindung standen, nachdem es 2023 und 2024 zusammen 20.000 gewesen waren.

In einem Meinungsbeitrag in der New York Times schrieb LinkedIns Chefökonom Aneesh Raman, KI beseitige „die untersten Sprossen der Karriereleiter“, reduziere Einstellungen auf Einstiegsebene und schränke die Chancen für Hochschulabsolventen ein.

Ein weitreichender Vorschlag

Vor diesem Hintergrund, so schreibt Forbes, hat der Milliardär und Investor Vinod Khosla vorgeschlagen, dass das Steuerrecht angepasst werden müsse. Khosla schrieb auf X, der KI-Boom werde ein „Umdenken bei Kapitalismus und Gerechtigkeit“ erfordern, und schlug höhere Kapitalertragsteuern vor, damit der Staat „die unteren 125 Millionen Steuerzahler aus den Steuerregistern streichen“ könne.

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Man könnte problemlos die unteren 125 Millionen Steuerzahler aus den Steuerregistern streichen und zugleich aufkommensneutral bleiben, wenn die Kapitalertragsteuer dem Satz der Einkommensteuer entspräche und einige weitere Anpassungen vorgenommen würden. Die Abschaffung von Steuervergünstigungen (wie Verlustvorträgen, MLPs, steuerfreier Kreditaufnahme gegen Investitionen … https://t.co/1CcTzeJDwm— Vinod Khosla (@vkhosla) 17. Februar 2026

Das wäre eine tiefgreifende Verschiebung – und eine, die jahrzehntelange Steuerpolitik auf den Kopf stellen würde.

Nach jüngsten Daten des US-Finanzministeriums machten die Einkommensteuern natürlicher Personen in den vergangenen Jahren rund die Hälfte der Bundeseinnahmen aus. Kapitalertragsteuern tragen deutlich weniger bei und schwanken mit der Entwicklung an der Wall Street. Eine Verlagerung der Steuerlast hin zu Kapitaleinkünften würde bedeuten, sich stärker auf Märkte zu stützen, die von Jahr zu Jahr stark schwanken können.

Die Höhe der Kapitalertragsteuer ist seit Langem politisch umstritten. Während der Steuerreform von 2017 stritten Gesetzgeber darüber, und Vorschläge zu ihrer Anhebung tauchten bei jüngeren Haushaltsverhandlungen und in Wahlkampfdebatten erneut auf. Eine deutliche Erhöhung würde vermutlich nicht nur im Kongress, sondern auch bei Investorengruppen und Wirtschaftsverbänden auf Widerstand stoßen.

Khosla sprach sich zudem dafür aus, die Möglichkeit zu beenden, steuerfrei Kredite auf nicht realisierte Gewinne aufzunehmen – eine Strategie, die es wohlhabenden Investoren erlaubt, den Wert ihrer Vermögenswerte zu nutzen, ohne einen steuerpflichtigen Verkauf auszulösen.

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Arbeit und Vermögen

Zuvor hatte Khosla prognostiziert, dass langfristig bis zu 80 Prozent der Arbeitsplätze automatisiert werden könnten, und angeregt, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen erforderlich sein könnte. Seine Firma verwies darauf, dass KI-Systeme Aufgaben in großen Beschäftigungsbereichen wie Verwaltungsunterstützung, Finanzoperationen und Gesundheitsmanagement übernehmen – Sektoren, die zusammen Dutzende Millionen Amerikaner beschäftigen.

Forscher sagen, die Umwälzungen könnten bestehende Ungleichheiten verschärfen. Die Brookings Institution warnte, dass viele Berufe im mittleren Lohnsegment stark der Automatisierung ausgesetzt seien, während ein Bericht der Vereinten Nationen mit dem Titel „The Next Great Divergence“ (Die nächste große Divergenz) ebenfalls davor warnte, dass Länder ohne verlässliche digitale Infrastruktur Schwierigkeiten haben könnten, Schritt zu halten.

In mancher Hinsicht wirkt die Debatte vertraut. Die USA haben Industrialisierung, Automatisierung in der Fertigung und die mit der Globalisierung verbundene Welle der Auslagerung ins Ausland bewältigt. Jede Phase erforderte Anpassungen auf dem Arbeitsmarkt und in der Steuerpolitik.

Dieses Mal könnte der Wandel weiter in klassische Büroberufe hineinreichen. Und er könnte sich schneller vollziehen, als es Gesetzgeber gewohnt sind.

Quellen: Forbes, Weltwirtschaftsforum, New York Times, Challenger, Gray and Christmas, Brookings Institution, Vereinte Nationen

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