Das Zentrum wurde nun beanstandet.
Bundesbehörden stehen erneut in der Kritik, nachdem eine staatliche Aufsichtsbehörde weitreichende Managementfehler in einer texanischen Einwanderungshafteinrichtung festgestellt hat, die während Präsident Donald Trumps erweiterter Abschiebekampagne eingerichtet wurde.
Laut Reuters zeichnet ein neu veröffentlichter Bericht ein beunruhigendes Bild der Abläufe im Camp East Montana. Er hebt Bedenken hervor, die von fehlenden Akten und unzureichender medizinischer Versorgung bis hin zu kostspieligen Vertragsentscheidungen und dem Umgang mit Todesfällen von Häftlingen reichen.
Detaillierte Aufsichtsversagen
Gemäß den vom U.S. Government Accountability Office (GAO) veröffentlichten Erkenntnissen deckten Beamte das auf, was sie als „signifikante, weitreichende Probleme“ in Bezug auf Planung und Aufsicht in der Einrichtung bezeichneten.
Camp East Montana wurde im August 2025 auf dem Gelände von Fort Bliss nahe El Paso eröffnet, als Teil der Bemühungen, die Haftkapazität schnell zu erweitern.
Die Bundesbehörden nutzten ein beschleunigtes militärisches Vergabeverfahren, um das Zentrum in Betrieb zu nehmen. Dieser Ansatz führte dazu, dass ein Vertrag an Acquisition Logistics LLC vergeben wurde, ein Unternehmen ohne vorherige Erfahrung in der Verwaltung von Hafteinrichtungen.
Ermittler stellten fest, dass durch das beschleunigte Vergabeverfahren zig Millionen Steuergelder ausgegeben wurden.
Fragen um zwei Todesfälle
Zu den schwerwiegendsten Bedenken gehörten Erkenntnisse im Zusammenhang mit zwei Todesfällen von Häftlingen, die sich im Januar 2026 ereigneten.
Ein Todesfall wurde als Tötungsdelikt eingestuft, während ein anderer als Suizid festgestellt wurde.
Im Fall des Tötungsdelikts stellten die Ermittler fest, dass erforderliche Berichte bezüglich des Todes und des Einsatzes von Gewalt niemals an Immigration and Customs Enforcement (ICE) übermittelt wurden.
Der Aufsichtsbericht stellte auch fest, dass Beweismittel im Zusammenhang mit dem Vorfall entweder fehlten oder zerstört worden waren.
Auch im Suizidfall wurden Probleme festgestellt.
Laut Ermittlern platzierten Mitarbeiter den Häftling in einem medizinischen Aufenthaltsraum statt in einer suizidsicheren Zelle und ließen die Person länger unbeaufsichtigt, als es die Richtlinien der Einrichtung erlaubten.
Medizinische Versorgung in der Kritik
Bundesinspektoren, die die Einrichtung Ende 2025 besuchten, stellten erhebliche Mängel bei den Gesundheitsdienstleistungen für Häftlinge fest.
Die Autoren des Berichts schrieben:
„Zum Beispiel hätten keine der inhaftierten Nichtstaatsbürger mit Diabetes oder HIV Behandlungspläne gehabt.“
Ermittler sagten, Häftlinge, die an chronischen Erkrankungen litten, erhielten trotz anhaltender Gesundheitsbedürfnisse keine angemessene Versorgung oder Behandlungsplanung.
Die Ergebnisse warfen Bedenken auf, ob medizinische Auftragnehmer die grundlegenden Standards erfüllten, die in bundesstaatlichen Hafteinrichtungen erwartet werden.
Auftragnehmer ersetzt
Die Leitung der Einrichtung wechselte Anfang dieses Jahres, nachdem die Bundesbehörden den Vertrag von Acquisition Logistics an Amentum Services Inc. übertragen hatten.
Beamte des Department of Homeland Security sagten, es würden bereits Schritte unternommen, um die Bedingungen zu verbessern.
Ein Sprecher des Ministeriums erklärte:
„ICE suche stets nach Wegen, seine Hafteinrichtungen zu verbessern.“
Der Sprecher fügte hinzu:
„Weit davon entfernt, geschlossen zu werden, werde Camp East Montana modernisiert.“
Acquisition Logistics reagierte nach Veröffentlichung des Berichts nicht sofort auf Anfragen zur Stellungnahme.
Zahl der Inhaftierungen steigt weiter
Der Bericht erscheint, während die Zahlen der Einwanderungshaft bundesweit weiter steigen.
Laut mit der Angelegenheit vertrauten Quellen befanden sich Anfang Juni etwa 57.000 Migranten in Bundesgewahrsam, verglichen mit rund 40.000, als Trump 2025 wieder ins Amt kam.
Die Ergebnisse der Aufsichtsbehördenuntersuchung dürften die Debatte darüber intensivieren, wie die sich schnell ausweitenden Haftoperationen verwaltet werden, während die Bundesbehörden landesweit Rekordzahlen an Inhaftierungen anstreben.