Startseite Nachrichten Neuer Kongressbericht: Schwere Vorwürfe gegen Trump in Epstein-Affäre

Neuer Kongressbericht: Schwere Vorwürfe gegen Trump in Epstein-Affäre

Epstein / Donald Trump
miss.cabul / Shutterstock

Trump sieht sich nach einem Bericht mit schwerwiegenden Anschuldigungen zunehmenden Fragen zu seinen Verbindungen zu Epstein gegenüber.

Die Verbrechen von Jeffrey Epstein werfen Jahre nach dem Tod des in Ungnade gefallenen Finanzmagnaten weiterhin einen langen Schatten auf die amerikanische Politik. Fragen zu seinen mächtigen Bekanntschaften, dem Umgang mit seinen Opfern und der Beweismittelbehandlung haben seinen ehemaligen sozialen Kreis immer wieder ins Rampenlicht gerückt.

Donald Trumps frühere Verbindung zu Epstein war ein besonders umstrittenes Thema, wobei der Präsident stets betonte, dass ihre Beziehung lange vor der breiten Bekanntmachung von Epsteins Verbrechen endete.

Nun haben demokratische Abgeordnete laut RadarOnline eine Reihe schwerwiegender Anschuldigungen vorgebracht, die Trumps Darstellung seiner Beziehung zu Epstein infrage stellen.

Ein neuer Bericht von demokratischen Mitarbeitern des Justizausschusses des Repräsentantenhauses schildert Anschuldigungen von elf Frauen, darunter fünf, die Trump des sexuellen Übergriffs bezichtigen, so die Abgeordneten.

Die Anschuldigungen stellen keine Feststellung strafrechtlicher Schuld dar, und der Bericht belegt nicht, dass Trump die angeblichen Taten begangen hat.

Demokraten präsentieren Anschuldigungen von elf Frauen

Der Bericht konzentriert sich auf Anschuldigungen, die mit Trump, Epstein und ihren sozialen Kreisen in den 1990er-Jahren, insbesondere in New York und Palm Beach, in Verbindung stehen.

Der Abgeordnete Jamie Raskin, der ranghöchste Demokrat im Ausschuss, argumentiert, dass die Berichte eine neue Untersuchung rechtfertigen.

„Donald Trump sagt, er kannte Jeffrey Epstein ‚genau wie jeder in Palm Beach ihn kannte‘. Nicht ganz“, sagte Raskin.

„Beweise von elf Frauen erzählen eine völlig andere und weitaus belastendere Geschichte über ihre Beziehung und den Missbrauch junger Frauen und Mädchen, der in ihrem Netzwerk stattfand.“

Raskin ging noch weiter und skizzierte die Anschuldigungen gegen den Präsidenten.

„Fünf Frauen haben Trump direkt des sexuellen Übergriffs in Epsteins Gesellschaft oder Anwesenheit beschuldigt; andere haben angegeben, dass Epstein oder [Ghislaine] Maxwell versuchten, sie an Trump zu vermitteln.“

Der Unterschied ist wichtig: Die Abgeordneten beschreiben Anschuldigungen von Frauen und verkünden nicht, dass Ermittler oder ein Gericht diese Anschuldigungen bestätigt haben.

Der Bericht stammt zudem von den demokratischen Mitarbeitern des Ausschusses und stellt keine einvernehmliche Feststellung des gesamten Justizausschusses des Repräsentantenhauses dar.

Ehemaliges Model beschreibt angebliches Treffen in einem New Yorker Hotel

Zu den im Bericht hervorgehobenen Berichten gehört eine Anschuldigung des ehemaligen Models und Schönheitskönigin Beatrice Keul.

Keul behauptet, Trump habe sie im November 1993 während des American Dream Pageant in einer Suite des New Yorker Plaza Hotels sexuell angegriffen.

Ihrer Aussage zufolge hatte Trump ihr angeboten, ihr bei der Zulassung zur New York University zu helfen.

Der Bericht greift auch Anschuldigungen von Stacey Williams auf, die Trump bereits zuvor beschuldigt hatte, sie bei einem Besuch im Trump Tower ohne ihre Zustimmung sexuell berührt zu haben.

Williams behauptet, Epstein sei bei dem Treffen anwesend gewesen und die beiden Männer hätten amüsiert gewirkt, während Trump sie berührte.

Ihre Aussage platziert Epstein direkt neben Trump während des angeblichen Vorfalls.

Beide Anschuldigungen sind schwerwiegend, aber ihre Aufnahme in einen Bericht von Kongressmitarbeitern beweist nicht eigenständig, dass die Vorfälle wie beschrieben stattgefunden haben.

Anschuldigungen Minderjähriger werfen weitere Fragen auf

Einige der beunruhigendsten Inhalte betreffen Anschuldigungen von Frauen, die angeben, zum Zeitpunkt des angeblichen Missbrauchs minderjährig gewesen zu sein.

Ein Bericht betrifft eine Frau, die öffentlich unter dem Pseudonym Katie Johnson bekannt ist.

Sie behauptete, Trump und Epstein hätten sie 1994 in Epsteins New Yorker Residenz sexuell angegriffen, als sie 13 Jahre alt war.

Raskin beschrieb ein besonders beunruhigendes Element ihrer Aussage.

„Sie sagte, die Männer stritten sich darüber, wer ihre Jungfräulichkeit nehmen würde.“

Die Anschuldigung wurde vor Gericht nicht bestätigt und sollte nicht als verifizierter Bericht über Trumps Verhalten behandelt werden.

Die Aufnahme solcher Behauptungen in den Bericht unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Untersuchung, die die Demokraten anstreben, löst jedoch keine Fragen zur Glaubwürdigkeit der Anschuldigungen oder der sie stützenden Beweise.

Raskin fordert unabhängige Untersuchung

Die Demokraten fordern nun eine umfassende Untersuchung der Anschuldigungen und des Umgangs mit Informationen, die mit Epsteins Vertrauten in Verbindung stehen.

Raskin möchte einen unabhängigen Sonderermittler ernannt wissen, der potenzielles kriminelles Fehlverhalten untersucht und feststellt, ob noch jemand an Epsteins Missbrauchs- und Menschenhandelsaktivitäten beteiligt war.

Er hat auch das Justizministerium beschuldigt, relevante Beweise nicht verfolgt zu haben.

„Diese Frauen haben mit Ermittlern gesprochen und in einigen Fällen unter Eid ausgesagt, doch Trumps Justizministerium hat Ermittlungen eingestellt, absichtlich Beweise zurückgehalten und durch Todd Blanche verhindert, dass Ghislaine Maxwell über eine Überlebende sprach, deren Aussage Trump belastete“, behauptete Raskin.

Er fügte hinzu, dass das Ministerium stets behauptet habe, es gäbe keine Grundlage für die Untersuchung möglicher Komplizen Epsteins.

„Trumps Justizministerium scheint diese Verbrechen zu vertuschen, um den Präsidenten zu schützen.“

Dies sind Anschuldigungen von Raskin, keine festgestellten Ergebnisse einer Vertuschung durch das Justizministerium.

Der Bericht fordert eine weitere Prüfung, aber die Existenz einer Anschuldigung beweist nicht von selbst, dass Staatsanwälte absichtlich Beweise unterdrückt haben.

Trump hat eine andere Darstellung seiner Beziehung zu Epstein angeboten

Trump hat sich wiederholt von Epstein distanziert und jegliches Fehlverhalten im Zusammenhang mit dem Finanzmagnaten bestritten.

Er hat stets behauptet, die beiden Männer hätten sich zerstritten, nachdem Epstein Mitarbeiter aus dem Spa von Trumps Mar-a-Lago Resort abgeworben hatte.

Im vergangenen Jahr beschrieb Trump gegenüber Reportern, wie er von Epsteins Verhalten frustriert war.

„Leute wurden aus dem Spa geholt, von ihm eingestellt. Mit anderen Worten, weg. Und andere Leute kamen und beschwerten sich: ‚Dieser Typ nimmt Leute aus dem Spa.‘ Das wusste ich nicht“, sagte Trump.

Er beschrieb dann, wie er Epstein mit der Situation konfrontierte.

„Und als ich davon hörte, sagte ich es ihm. Ich sagte: ‚Hören Sie, wir wollen nicht, dass Sie unsere Leute nehmen.‘ Ob es Spa war oder nicht, ich will nicht, dass er Leute nimmt. Und er war einverstanden. Dann, nicht lange danach, tat er es wieder, und ich sagte: ‚Raus hier.‘“

Trumps Erklärung stellt das Ende ihrer Verbindung als Streit über Mitarbeiter dar und nicht als Konfrontation wegen sexuellen Fehlverhaltens.

Der neue demokratische Bericht stellt das Gesamtbild ihrer Beziehung infrage, obwohl er nicht eigenständig belegt, dass Trump an Epsteins Verbrechen beteiligt war.