Startseite Nachrichten Neujahrsfeier endet tödlich: Crans-Montana unter Schock

Neujahrsfeier endet tödlich: Crans-Montana unter Schock

Brave,Firefighter,With,Oxygen,Cylinder,Runs,Up,The,Stairs.,Raging,brandfolk,brandmand,brand,ild,
Shutterstock

Der Jahreswechsel hat dem Walliser Ferienort Crans-Montana im Südwesten der Schweiz ein abruptes Innehalten aufgezwungen. Statt Feststimmung prägen Trauer, Unsicherheit und leise Routinen den Alltag. Das Unglück wirkt nach – nicht nur lokal, sondern landesweit.

Gerade lesen andere

Crans-Montana befindet sich eigentlich in seiner wichtigsten Saison. Doch wie SRF berichtet, ist die Atmosphäre spürbar verändert. Gäste flanieren weiter durch den Ort, Skilifte laufen, Geschäfte sind offen – begleitet von einer ungewohnten Zurückhaltung.

Eine Ferienwohnungsbesitzerin sagte gegenüber SRF: „Die Stimmung ist ruhiger. Bedrückt, finde ich.“ Musik an öffentlichen Orten wurde abgestellt, Bars blieben geschlossen. Verantwortliche sprechen von einem Balanceakt zwischen Pietät und wirtschaftlicher Realität.

Der Walliser Regierungsrat Mathias Reynard schilderte gegenüber SRF Gespräche mit Angehörigen als besonders belastend. Viele Fragen seien offen, Antworten derzeit kaum möglich.

Das Geschehen

In der Nacht auf Neujahr kam es während einer Silvesterfeier in einer Bar zu einem verheerenden Brand. Die Behörden gehen von einem Unglück aus und schließen einen Anschlag aus, wie aus Angaben der Walliser Staatsanwaltschaft hervorgeht, über die BR24 mit Verweis auf dpa und AFP berichtet.

Nach bisherigen Erkenntnissen entwickelte sich das Feuer extrem rasch. Augenzeugen beschrieben chaotische Szenen und große Schwierigkeiten bei der Flucht. Zur genauen Ursache äußern sich die Ermittler:innen bislang nicht abschließend.

Lesen Sie auch

Zahlen und Schicksale

Das Ausmaß wurde erst im Laufe des Tages deutlich. Rund 40 Menschen kamen ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt, viele davon schwer, berichtet BR24 unter Berufung auf die Kantonspolizei.

Besonders betroffen sind junge Menschen. Mehrere Verletzte mussten intensivmedizinisch behandelt werden. Die Identifizierung der Todesopfer dauert an, Angehörige warten weiter auf Gewissheit.

Unklar bleibt auch die Herkunft aller Betroffenen. Italien und Frankreich meldeten Verletzte und Vermisste, weitere Abklärungen laufen.

Über den Ort hinaus

Das Unglück hat eine breitere Debatte angestoßen. Fragen nach Sicherheitsauflagen, Brandschutz und Veranstaltungsregeln in stark frequentierten Ferienorten rücken in den Fokus – Themen, die den Schweizer Tourismus langfristig beschäftigen könnten.

Bundespräsident Guy Parmelin sprach laut SRF von einer der schwersten Tragödien des Landes und versprach den Betroffenen des Brandunglücks die Hilfe des Bundes.

Lesen Sie auch

Internationale Solidarität folgte rasch. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schrieb: „Meine Gedanken sind bei den trauernden Familien und den Verletzten. Der Schweiz, ihrem Volk und ihren Behörden spreche ich die uneingeschränkte Solidarität Frankreichs und unsere brüderliche Unterstützung aus.“

Während die Ermittlungen weitergehen, bleibt Crans-Montana ein Ort zwischen Weitergehen und Stillstand – und ein Symbol für die offenen Fragen nach Verantwortung und Sicherheit.

Quellen: BR24, SRF