Der Zeitpunkt war bemerkenswert.
Die globale Bühne ist voller komplexer Konflikte, deren Lösung Jahre in Anspruch nimmt.
Wird ein plötzlicher Durchbruch verkündet, atmet die Öffentlichkeit meist kollektiv auf. Doch diejenigen, die das höchste Amt innehatten, betrachten solche glänzenden neuen Abkommen oft mit einer gehörigen Portion Skepsis.
Ein bekanntes Drehbuch
Präsident Donald Trump hat kürzlich ein wichtiges Abkommen mit dem Iran bekannt gegeben, das militärische Feindseligkeiten beenden und die Straße von Hormus wieder öffnen soll.
Die plötzliche Ankündigung erfolgte nur einen Tag nach einem umfassenden Fernsehinterview mit seinem Vorgänger, wie ABC News berichtete.
Der Zeitpunkt war bemerkenswert.
Der frühere Präsident Barack Obama sprach mit Robin Roberts für Good Morning America. Sie zeichneten ihr Gespräch im neu eröffneten Obama Presidential Center in Chicago auf, kurz bevor der diplomatische Durchbruch öffentlich wurde.
Der erwartete Vertrag kommt acht Jahre, nachdem Trump ein von der Obama-Regierung ausgehandeltes Atomabkommen zerrissen hatte. Er bezeichnete die alte Vereinbarung als schrecklichen Fehler und zog sich zurück.
Zweifel an den Details
Während der Wochenendausstrahlung machte Obama seine Haltung zum aktuellen Weißen Haus deutlich. Er stellte infrage, ob der bevorstehende Vertrag nach monatelangen Kämpfen tatsächlich etwas Neues bewirken würde.
„Es ist zweifelhaft, dass ein entstehendes Abkommen wesentlich anders oder eine signifikante Verbesserung gegenüber dem Abkommen sein wird, das wir ursprünglich hatten und das lange Zeit funktioniert hatte, bevor wir, die Vereinigten Staaten, uns daraus zurückzogen“, sagte Obama gegenüber ABC News.
Die genauen Bedingungen bleiben leicht unklar. Dennoch erklärte der iranische Vizeaußenminister Kazem Gharibabadi den staatlichen Medien, der Entwurf umfasse alle ihre Kernanliegen. Er erwarte eine baldige formelle Unterzeichnung in der Schweiz.
Wiederholung alter Fehler
Über das Kleingedruckte des neuen Vertrags hinaus konzentrierte sich der frühere Staatschef stark auf die unmittelbaren menschlichen Kosten. Er äußerte die Hoffnung, dass die gewöhnlichen Bürger endlich eine Atempause von der Gewalt erhalten würden.
Obama merkte an, dass das Vertrauen auf reine Aggression tiefe außenpolitische Probleme selten löst. Er betonte, dass komplexe internationale Probleme nicht einfach durch das Schikanieren von Rivalen oder das Abwerfen von Sprengkörpern gelöst werden können.
„Man sollte meinen, wir hätten diese Lektion inzwischen gelernt“, sagte er während der Sendung. Er fügte hinzu: „Aber es scheint, als müssten wir diese Lektion immer wieder neu lernen.“