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Putins Verbündeter entschuldigt sich bei Selenskyj

Aleksander Lukashenko, Vladimir Putin
Asatur Yesayants / Shutterstock.com

Dennoch hatte er noch einige strenge Ratschläge für den ukrainischen Machthaber.

Kriege führen oft zu schärfster Rhetorik unter Regierungschefs. Doch eine plötzliche Kehrtwende kann alle überraschen.

In einem überraschenden Vorstoß hat sich der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko beim ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für seine jüngsten scharfen Äußerungen entschuldigt.

Die unerwarteten Äußerungen fielen während eines Fernsehinterviews. Im Gespräch mit Al Arabiya, aus dem die Nachrichtenagentur Belta zitierte, sprach Lukaschenko die wachsenden Spannungen zwischen den beiden Nachbarstaaten an.

Er räumte ein, dass seine früheren Worte angesichts der brutalen Realität vor Ort möglicherweise zu heftig gewesen seien.

„Sollte Wolodymyr Oleksandrowytsch (Selenskyj) beleidigt gewesen sein, so entschuldige ich mich bei ihm für diese Worte“, erklärte Lukaschenko.

Er merkte an, dass der andauernde Krieg gegen Russland die Situation äußerst sensibel mache. Dennoch behauptete er, seine frühere verbale Aggression sei nicht unprovoziert gewesen.

Austausch heftiger Drohungen

Der diplomatische Streit entzündete sich ursprünglich nach Warnungen aus Kiew. Lukaschenko behauptete, seine harte Haltung sei lediglich eine Reaktion darauf gewesen.

Ihm zufolge habe die Ukraine behauptet, seinen genauen Standort zu kennen und Hunderte von Zielen innerhalb von Belarus kartiert zu haben.

Diese Warnungen stammten von Robert Browdi, dem Kommandeur der ukrainischen Streitkräfte für unbemannte Systeme. Browdi, besser bekannt als „Magyar“, erklärte, dass die ukrainischen Streitkräfte 500 potenzielle Ziele in Belarus identifiziert hätten. Er warnte den belarussischen Machthaber davor, sich in die Kämpfe einzumischen.

Lukaschenko schlug zurück, indem er drohte, ein „sehr ernstes“ Ziel in der Ukraine anzugreifen. Doch nun scheint der Machthaber bestrebt zu sein, die hitzige Rhetorik zu entschärfen.

Bemühen um Deeskalation

Trotz früherer Drohungen will der belarussische Machthaber die Welt beruhigen. Er betonte nachdrücklich, dass sein Land keine aktive Rolle in den Kämpfen spielen wolle.

„Es sind keine militärischen Aktionen von Belarus, und insbesondere von mir, zu erwarten“, sagte Lukaschenko.

Trotz der Entschuldigung gab er einige strenge Ratschläge. Er argumentierte, Selenskyj müsse seine Äußerungen genau überdenken, um eine Eskalation zu verhindern. Lukaschenko warnte, der ukrainische Präsident müsse es vermeiden, seine Nachbarn zu provozieren.

Die Kehrtwende kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Selenskyj hat wiederholt gewarnt, dass Russland Belarus direkt in den Konflikt hineinziehen wolle. Kiew befürchtet eine größere Operation, die schließlich ein NATO-Mitgliedsland zum Ziel haben könnte.