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Orbán entsendet Truppen zu energieanlagen und macht die Ukraine für eine „Ölblockade“ verantwortlich

Viktor Orbán
Vox España / Wiki Commons

Der ungarische Premierminister Viktor Orbán erklärt, dass Soldaten an wichtigen Energieanlagen stationiert wurden, nachdem er der Ukraine vorgeworfen hatte, die Ölversorgung absichtlich zu stören.

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Der Schritt erfolgt wenige Wochen vor den Wahlen in Ungarn am 12. April, bei denen Orbáns Fidesz-Partei nach 16 Jahren an der Macht ein knappes Rennen erwartet.

Kyjiw weist jede Verantwortung zurück und erklärt, die Schäden an der Druschba-Pipeline seien durch russische Angriffe verursacht worden, berichtet die BBC.

Streit um die Pipeline verschärft sich

Die Druschba-Pipeline ist die wichtigste Route für russische Öllieferungen nach Ungarn und in die Slowakei. Seit dem 27. Januar sind die Lieferungen ausgesetzt.

Orbán hat der Ukraine vorgeworfen, durch Verzögerungen bei Reparaturen eine „Ölblockade“ zu verhängen, und behauptet, Kyjiw „bereite weitere Maßnahmen“ vor, darunter mögliche Sabotageakte.

Die Ukraine erklärt, die Reparaturarbeiten würden durch anhaltende russische Angriffe behindert, und Einsatzkräfte an der Pipeline seien unter Beschuss geraten.

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Reaktion der EU und der Region

Die Europäische Kommission teilte mit, es bestehe kein unmittelbares Risiko von Engpässen, da Ungarn und die Slowakei auf Notreserven zurückgegriffen hätten.

Kommissionssprecherin Anna-Kaisa Itkonen erklärte, Kroatien habe bestätigt, dass nicht-russisches Rohöl über die Adria-Pipeline geliefert werde, die ihrer Darstellung zufolge über ausreichende Kapazitäten verfüge, um den Bedarf Ungarns und der Slowakei zu decken.

Auch der slowakische Premierminister Robert Fico hat Kyjiw kritisiert. Seine Regierung kündigte an, Notstromlieferungen an die Ukraine auszusetzen, bis die Öllieferungen wieder aufgenommen werden.

Politische Spannungen nehmen zu

Orbán wirft der Ukraine, der Europäischen Union und der ungarischen Opposition vor, gemeinsam auf die Einsetzung einer pro-ukrainischen Regierung in Budapest hinzuarbeiten.

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Er legte kürzlich sein Veto gegen ein EU-Darlehenspaket in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine ein und blockierte eine neue Sanktionsrunde gegen Moskau.

Kritiker sagen, der ungarische Regierungschef verschärfe die Rhetorik, um das Land im Vorfeld der Wahl als bedroht darzustellen. Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Ukraine Angriffe innerhalb Ungarns plant; ihre Streitkräfte sind weiterhin entlang einer 1.200 Kilometer langen Frontlinie gegen Russland stark gebunden.

Quellen: BBC, Reuters, Europäische Kommission