Präsident Wladimir Putin hat die militärischen Baubataillone aus der Sowjetzeit offiziell wieder eingeführt. Dies ist Teil eines Ausbaus der russischen Streitkräfte und einer umfassenderen Neuordnung des militärischen Bauwesens.
Russland hat die militärischen Baubataillone aus der Sowjetzeit offiziell wieder in seine Streitkräfte aufgenommen und damit eine Reform rückgängig gemacht, durch die diese Einheiten vor fast 20 Jahren abgeschafft worden waren. Dies ist Teil eines umfassenderen Ausbaus der militärischen Struktur des Landes.
Wie United24Media unter Berufung auf die Moscow Times berichtet, unterzeichnete Präsident Wladimir Putin am 27. Juli ein Dekret zur Erhöhung der genehmigten Personalstärke der Streitkräfte und zur offiziellen Wiedereinführung der Baubataillone, die als „Stroibaty“ bekannt sind.
Militärischer Ausbau
Das Dekret erhöht die genehmigte Personalstärke der Streitkräfte um 27.000 Personen, darunter 25.000 Soldaten und 2.000 zivile Beschäftigte.
Wie United24Media unter Berufung auf die Moscow Times berichtet, ist die Wiedereinführung der Baubataillone Teil einer umfassenderen Neuordnung des militärischen Bauwesens, die das Verteidigungsministerium im Jahr 2025 angekündigt hatte.
Verteidigungsminister Andrei Beloussow hatte die Einheiten zuvor als ein „zusätzliches Instrument“ für den Bau wichtiger militärischer Einrichtungen bezeichnet, die von den Streitkräften benötigt werden.
Neuordnung des militärischen Bauwesens
Nach Angaben der Moscow Times begründen die russischen Behörden die Reform mit langjährigen Problemen im militärischen Bausektor.
Dem Bericht zufolge weitete das Verteidigungsministerium nach Beloussows Amtsantritt seine rechtlichen Schritte gegen die Military Construction Company, einen seiner wichtigsten Auftragnehmer, erheblich aus. Der Wert der Klagen stieg zwischen 2024 und 2026 deutlich an.
Die Moscow Times schildert außerdem die Geschichte der Baubataillone, die auf dem Höhepunkt der Sowjetzeit bis zu 200.000 Menschen beschäftigten. Sie errichteten Militärwohnungen, Übungsgelände, Lagerhäuser und weitere Verteidigungsinfrastruktur.
Rückkehr der „Stroibaty“
Die Baubataillone überstanden den Zusammenbruch der Sowjetunion, wurden jedoch im Zuge der Militärreformen von 2006 abgeschafft. Damals erklärte der damalige Verteidigungsminister Sergei Iwanow, sie würden „als Klasse liquidiert“, während ein Großteil ihrer Aufgaben auf zivile Auftragnehmer übertragen wurde.
Wie United24Media unter Berufung auf die Moscow Times berichtet, setzt dieser Schritt den umfassenderen Ausbau der russischen Sicherheits- und Militärinstitutionen seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine fort. Der Bericht weist außerdem darauf hin, dass Putin kürzlich eine weitere Aufstockung des Personals des Föderalen Schutzdienstes genehmigt hat, der für den Schutz des russischen Präsidenten und anderer hochrangiger Staatsvertreter zuständig ist.
Quellen: The Moscow Times, United24Media