Einer der bekanntesten Köpfe der russischsprachigen Comedy-Szene sieht sich plötzlich aus dem Land ausgesperrt, in dem er jahrelang gelebt und gearbeitet hat.
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Behörden verweisen auf formale Verstöße, doch bereits kursieren alternative Erklärungen.
Plötzliches Einreiseverbot
Wie Digi24.ro berichtet, wurde dem kasachischen Komiker Nurlan Saburow die Einreise nach Russland für 50 Jahre untersagt. Russische Staatsmedien meldeten am Freitag, Strafverfolgungsbehörden hätten ihm Verstöße gegen Migrations- und Steuervorschriften sowie Kritik an Russlands Invasion in der Ukraine vorgeworfen.
Welche konkreten Regeln Saburow angeblich verletzt haben soll, wurde von den Behörden nicht präzisiert. Eine von der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Novosti zitierte Quelle erklärte, die Entscheidung sei „im Interesse der nationalen Sicherheit“ und zum „Schutz traditioneller Werte“ getroffen worden.
Festnahme am Flughafen
Medienberichten zufolge wurde Saburow nach seiner Ankunft aus Dubai am Moskauer Flughafen Wnukowo festgehalten. Im Anschluss an die Festnahme wurde ihm formell ein 50-jähriges Einreiseverbot erteilt.
Saburow lebt seit 2014 in Russland und hat dort einen Großteil seiner Karriere aufgebaut. Er ist vor allem durch die populäre YouTube-Show „What Came Next?“ bekannt, die Millionen Aufrufe erzielt hat und ihn zu einem der prominentesten Komiker im russischsprachigen Raum machte.
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Alternative Erklärung
Das Exilmedium IStories berichtete eine andere Version der Ereignisse. Unter Berufung auf einen anonymen Bekannten Saburows hieß es, der eigentliche Grund für das Verbot könne seine angebliche Weigerung gewesen sein, mit dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB zusammenzuarbeiten.
Demnach hätten die formalen Vorwürfe als Vorwand für eine politisch motivierte Entscheidung gedient. Russische Behörden äußerten sich zu dieser Darstellung nicht.
Schweigen des Komikers
Saburow selbst hat sich bislang nicht öffentlich zu den Berichten geäußert. Unklar ist, ob er plant, das Einreiseverbot anzufechten oder die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zu kommentieren.
Der Fall reiht sich in eine wachsende Liste von Künstlern, Entertainern und öffentlichen Persönlichkeiten ein, die nach Kritik am Krieg oder der Ablehnung einer Zusammenarbeit mit russischen Sicherheitsstrukturen mit Einschränkungen oder Druck konfrontiert wurden.
Größeres Muster
Beobachter weisen darauf hin, dass langfristige Einreiseverbote selten sind und in der Regel Fällen vorbehalten bleiben, die von den Behörden als sensibel eingestuft werden. Der Verweis auf „nationale Sicherheit“ und „traditionelle Werte“ entspricht der Wortwahl früherer aufsehenerregender Fälle mit Kulturschaffenden.
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Vorerst bleibt Saburows Zukunft ungewiss; eine Rückkehr nach Russland ist für Jahrzehnte faktisch ausgeschlossen.
Quellen: Digi24.ro, RIA Novosti, IStories