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„Techno-ökonomischer Krieg“: Selbst Trump-Kritiker sind sich einig, dass die USA das KI-Rennen gewinnen müssen

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Der Risikokapitalgeber Vinod Khosla sagt, die USA und China befänden sich in einem „techno-ökonomischen Krieg“ um künstliche Intelligenz und argumentiert, dass der Gewinner des KI-Rennens die zukünftige globale Wirtschaftsmacht bestimmen wird.

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Der Silicon-Valley-Milliardär Vinod Khosla gehört seit langem zu den schärfsten Kritikern von Donald Trump.

Doch in einer Frage sagt der Risikokapitalgeber, dass er weitgehend mit dem Präsidenten übereinstimmt: beim Wettlauf um die Vorherrschaft in der künstlichen Intelligenz.

Nach Ansicht Khoslas ist der Wettbewerb zwischen den Vereinigten Staaten und China um KI keine gewöhnliche technologische Rivalität — sondern ein Kampf, der die globale Wirtschaftsmacht für Jahrzehnte bestimmen könnte.

Ein seltener Punkt der Einigkeit

Khosla, Gründer von Khosla Ventures und früher Unterstützer von OpenAI, hat Trump in der Vergangenheit in Fragen wie Einwanderung und Klimapolitik kritisiert.

Während des Wahlkampfs 2024 sagte er sogar, der damalige Kandidat habe „verdorbene Werte“. Khosla scherzte zudem, er stehe vermutlich auf der „Sh–liste“ des Präsidenten.

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Trotz dieser Differenzen sagt er, dass der Ansatz der Regierung gegenüber KI und China im Großen und Ganzen richtig sei.

„Wir befinden uns in einem techno-ökonomischen Krieg mit China“, sagte Khosla in einem Interview im Fortune-Podcast Titans and Disruptors of Industry.

„Wir müssen dieses Rennen gewinnen“, fügte er hinzu.

Warum das KI-Rennen entscheidend ist

Khosla argumentiert, dass das Land, das bei künstlicher Intelligenz führend ist, enormen geopolitischen Einfluss gewinnen wird.

Seiner Ansicht nach wird die Führungsrolle im Bereich KI direkt in wirtschaftliche Stärke und globale Einflussmöglichkeiten übersetzt.

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„Wer das KI-Rennen gewinnt, wird das wirtschaftliche Rennen gewinnen“, sagte er und fügte hinzu, dass das Ergebnis die Machtverhältnisse in Regionen wie Südostasien, Lateinamerika und Europa prägen werde.

Khosla gehörte zu den frühesten institutionellen Investoren von OpenAI und investierte 2019 rund 50 Millionen Dollar in das Unternehmen, als es mit etwa einer Milliarde Dollar bewertet wurde.

US-Beschränkungen für Chinas Technologiesektor

In den vergangenen Jahren hat Washington die Beschränkungen für Chinas Zugang zu fortschrittlicher Technologie zunehmend verschärft.

Ab 2022 führten die Vereinigten Staaten weitreichende Exportkontrollen ein, die den Verkauf moderner Halbleiter und von Chip-Produktionsanlagen an chinesische Unternehmen einschränken.

Später wurden die Maßnahmen ausgeweitet, um auch US-Investitionen in chinesische Firmen zu begrenzen, die in Bereichen wie fortschrittlichen Chips, Quantencomputing und künstlicher Intelligenz tätig sind.

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US-Beamte argumentierten, die Kontrollen seien notwendig, um den technologischen Vorsprung der Vereinigten Staaten zu sichern und Chinas KI-Entwicklung zu verlangsamen.

Chinas Streben nach technologischer Selbstständigkeit

Ironischerweise glauben einige Analysten, dass diese Beschränkungen Chinas Bemühungen beschleunigt haben, ein eigenes Technologieökosystem aufzubauen.

Chinesische Unternehmen haben massiv in die heimische Chipproduktion investiert, während Firmen wie Huawei KI-Prozessoren entwickelt haben, die mit den High-End-Chips von Nvidia konkurrieren sollen.

Gleichzeitig haben chinesische KI-Entwickler — darunter DeepSeek, Moonshot AI und MiniMax — große Sprachmodelle veröffentlicht, die zunehmend mit führenden westlichen Systemen konkurrieren.

Viele dieser Modelle legen besonderen Wert auf Effizienz, sodass sie auch auf begrenzterer Hardware laufen können und dennoch starke Leistungen erzielen.

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Einige globale Unternehmen experimentieren bereits damit. Airbnb-CEO Brian Chesky erklärte, der Kundenservice-Chatbot des Unternehmens laufe auf Alibabas Qwen-Modell.

KI-Politik wird zum geopolitischen Schlachtfeld

Der Wettlauf um KI prägt zunehmend auch politische Debatten innerhalb der Vereinigten Staaten.

Technologieunternehmen wie OpenAI und Anthropic bieten ihre fortschrittlichsten Modelle in Festlandchina nicht an und verweisen dabei auf Sicherheits- und Governance-Bedenken.

Anthropic-CEO Dario Amodei hat wiederholt argumentiert, Exportkontrollen seien notwendig, um sicherzustellen, dass demokratische Staaten an der Spitze der KI-Entwicklung bleiben.

Gleichzeitig sind Spannungen zwischen der Trump-Regierung und einigen KI-Unternehmen entstanden.

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Anthropic befindet sich derzeit in einem Konflikt mit der US-Regierung, nachdem das Unternehmen sich geweigert hat, bestimmte Sicherheitsbeschränkungen seines Claude-KI-Systems für militärische und nachrichtendienstliche Anwendungen zu lockern.

Nach der Auseinandersetzung wurden Bundesbehörden angewiesen, die Produkte des Unternehmens innerhalb von sechs Monaten auslaufen zu lassen.

Ein Wettlauf, geprägt von Politik ebenso wie von Technologie

Für Khosla geht der Wettbewerb um KI letztlich über Wirtschaft und Technologie hinaus.

Er sei auch ein Wettbewerb zwischen politischen Systemen.

„Ich bevorzuge nun einmal die Demokratie gegenüber dem chinesischen System“, sagte er.

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Während sich das globale KI-Rennen weiter verschärft, könnte diese ideologische Kluft ebenso wichtig werden wie Durchbrüche in Software und Rechenleistung.

Quelle: Fortune