Die Zustimmung eines mächtigen Anführers zu gewinnen, kann eine politische Karriere oft beschleunigen. Doch in modernen Wahlen garantiert ein hochrangiger Segen nicht immer einen reibungslosen Weg zum Sieg.
Manchmal entscheiden sich lokale Wähler stattdessen, ihren eigenen Weg zu gehen, berichtet The Washington Post.
Die Bilanz schützen
Präsident Donald Trump ist bekannt dafür, mit seiner Erfolgsbilanz bei der Unterstützung politischer Kandidaten zu prahlen. Nun zwingt ein enges Rennen in South Carolina sein Team dazu, die Strategie komplett zu überdenken.
Um die Blamage zu vermeiden, einen Verlierer zu unterstützen, erwägt Trump einen ungewöhnlichen Schritt. Er könnte beide Kandidaten in der bevorstehenden Stichwahl um das republikanische Gouverneursamt unterstützen. Dies ist ein klassischer Sicherheitszug.
Die Washington Post berichtete, dass Vizegouverneurin Pam Evette die erste Wahlrunde letzte Woche gewann, nachdem Trump sie unterstützt hatte. Sie steht jedoch nun vor einer schwierigen Auseinandersetzung am 23. Juni gegen Generalstaatsanwalt Alan Wilson.
Personen aus dem Umfeld des Präsidenten sagen, die Wahl sei schlichtweg zu knapp, um sich sicher zu fühlen, was sein Team dazu zwingt, nach Sicherheitsnetzen zu suchen. Das Rennen ist völlig offen.
Die Zahlen im Blick
Es ist nicht das erste Mal, dass Trump seine Wetten absichert, indem er zwei Rivalen gleichzeitig unterstützt. Sein Wahlkampfteam beobachtet die Zahlen genau, da private interne Umfragen zeigen, dass Wilson einen Vorteil hat.
Lokale Aktivisten wehren sich gegen Evette und bezeichnen sie als Insiderin des Establishments, die ursprünglich aus Ohio in den Bundesstaat gezogen ist.
Die Spannungen in South Carolina zeigen, dass ein Segen aus Mar-a-Lago keine Zauberformel mehr ist. Konservative Basisgruppen sind zunehmend bereit, Trumps Wünschen zu trotzen, um ihre lokalen Interessen zu schützen.
Kürzlich erlitt Trump eine deutliche Niederlage in Iowa, nachdem sein Wunschkandidat eine Vorwahl verloren hatte. Nach dieser Niederlage behauptete Trump, er „habe nicht genügend Informationen gehabt“, als er sich entschied.
Lokaler Widerstand wächst
Er sah sich Anfang des Jahres in Texas einer ähnlichen Rebellion gegenüber, wo Aktivisten ihn zwangen, seine Wahlempfehlung zugunsten eines lokalen Favoriten zu ändern. In South Carolina scharen sich prominente Republikaner bereits hinter Wilson anstatt hinter Trumps Wahl.
Der Abgeordnete Ralph Norman stellte Trumps Beteiligung auf einer kürzlichen Pressekonferenz offen infrage. Er nahm kein Blatt vor den Mund. „Ich weiß nicht, wie gut er die Kandidaten kennt. Ich hatte gehofft, er würde sich heraushalten“, sagte Norman.
Er fügte hinzu: „Die Menschen haben eine Wahl zu treffen. Donald Trump steht nicht auf dem Stimmzettel.“ Norman möchte „das korrupte Establishment und das Vetternwirtschaftssystem in Columbia stoppen“, um den Bundesstaat rot zu halten.
Staatssenator Wes Climer unterstützte ebenfalls Wilson und bemerkte, dass lokale Konservative „sich für echten Wandel einsetzen“. Die beiden Kandidaten stehen vor einer Debatte, bevor die vorzeitige Stimmabgabe beginnt.
Quellen: The Washington Post