Die Spannungen rund um den Iran nehmen zu, da sich Straßenproteste über die großen Städte hinaus ausbreiten und internationale Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Wirtschaftliche Not hat viele Menschen auf die Straße getrieben, während scharfe Rhetorik aus dem Ausland eine zusätzliche Ebene der Unsicherheit geschaffen hat.
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Die Unruhen ereignen sich zu einem Zeitpunkt, an dem Iran mit hoher Inflation, dem Zusammenbruch seiner Währung und langjährigem Druck durch westliche Sanktionen zu kämpfen hat.
Wirtschaft schürt Wut
Nach Angaben der Express sind in den vergangenen Tagen in ganz Iran Demonstrationen ausgebrochen, die vor allem durch die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage ausgelöst wurden. Von dem Medium zitierte Experten sagen, stark steigende Preise und der Verfall der Landeswährung seien zentrale Auslöser.
Die Inflationsrate in Iran wird auf rund 40 Prozent geschätzt, während der Rial weiter an Wert verliert. In dieser Woche lag der Wechselkurs des US-Dollars bei etwa 1,38 Millionen Rial, verglichen mit rund 430.000 im Jahr 2022.
Demonstrierende haben zudem breitere politische Forderungen erhoben, darunter den Ruf nach einem Ende der Herrschaft des obersten Führers Irans. In online verbreiteten Videos sind Menschenmengen zu hören, die rufen: „Schande! Schande!“
Tödliche Eskalation
Mindestens sechs Menschen wurden in den vergangenen Tagen in Städten wie Lordegan und Azna getötet, wie Berichte der Express zeigen. Die Todesfälle markieren eine deutliche Eskalation, während die Behörden versuchen, den öffentlichen Protest einzudämmen.
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Während die Demonstrationen in Teheran offenbar nachgelassen haben, breiteten sie sich auf kleinere Städte und ländliche Gebiete aus. Beobachter bezeichnen die Unruhen als die größten seit 2022, als der Tod von Mahsa Amini in Polizeigewahrsam landesweite Proteste ausgelöst hatte.
Irans Wirtschaft steht seit der Wiedereinführung der US-Sanktionen im Jahr 2018 unter anhaltendem Druck, nachdem die Vereinigten Staaten während der ersten Amtszeit von Donald Trump aus dem internationalen Atomabkommen ausgestiegen waren.
Trumps Warnung
Donald Trump schaltete sich am Freitag in die Debatte ein und richtete eine deutliche Warnung an Teheran. In einem Beitrag auf Truth Social erklärte er, die Vereinigten Staaten würden eingreifen, falls Demonstranten gewaltsam angegriffen würden.
„Wenn Iran friedliche Demonstranten erschießt und brutal tötet, wie es dort üblich ist, werden die Vereinigten Staaten von Amerika ihnen zu Hilfe kommen“, schrieb Trump. „Wir sind kampfbereit und einsatzbereit.“
Die Äußerungen weckten Befürchtungen über das Risiko einer weiteren Eskalation zwischen Washington und Teheran.
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Irans Gegenreaktion
Der iranische Präsident Massud Peseschkian reagierte scharf auf die Drohungen aus Washington. Am 30. Dezember schrieb er auf X: „Die Antwort der Islamischen Republik Iran auf jede grausame Aggression wird hart und abschreckend sein.“
Zudem erklärte er, Iran befinde sich bereits „in einem umfassenden Krieg mit den USA, Israel und Europa“, und warf den westlichen Mächten vor, das Land destabilisieren zu wollen.
Der Schlagabtausch verdeutlicht, wie die innenpolitischen Unruhen in Iran zunehmend mit umfassenderen geopolitischen Spannungen verflochten sind.
Quellen: Express