Die Ukraine setzt nun nahezu hochrangige US-Raketen vom Typ AIM-120C-8 ein, was ihre Luftverteidigung stärkt, zugleich aber Bedenken hinsichtlich Versorgung und Beständen aufwirft.
Ein Fund auf dem Schlachtfeld liefert ein klareres Bild der Waffen, die sich inzwischen im Arsenal der Ukraine befinden.
Er deutet darauf hin, dass Kyjiw eine der fortschrittlichsten Exportversionen einer wichtigen US-Rakete einsetzt — wirft jedoch auch Fragen darüber auf, wie lange die Bestände ausreichen werden.
Trümmerteile zeigen Aufrüstung
Bilder von Raketentrümmern, die nach einem russischen Angriff auf Dnipro gefunden wurden, deuten laut The War Zone darauf hin, dass die Ukraine die AIM-120C-8 AMRAAM einsetzt.
Markierungen auf den Trümmern identifizieren die Variante und liefern die erste Bestätigung, dass dieses spezifische Modell geliefert wurde.
Die Rakete kann sowohl von F-16-Kampfflugzeugen als auch von NASAMS-Luftverteidigungssystemen abgefeuert werden.
Die AIM-120C-8 gehört zu den leistungsfähigsten Versionen der AMRAAM-Familie, die US-Partnern zur Verfügung stehen.
Im Vergleich zu älteren Varianten wie der AIM-120A/B bietet sie eine größere Reichweite, verbesserte Zielsteuerung und höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber elektronischen Störungen, was sie in umkämpftem Luftraum deutlich effektiver macht.
Rolle im Einsatz erweitert
Für die Ukraine stärkt die Rakete eine Fähigkeit, die sie lange angestrebt hat: eine zuverlässige „Fire-and-Forget“-Waffe.
Diese ermöglicht es Piloten, Ziele zu bekämpfen, ohne die Radarverfolgung aufrechterhalten zu müssen, wodurch ihre Anfälligkeit gegenüber feindlicher Luftabwehr verringert wird.
Sie kann gegen Flugzeuge, Marschflugkörper und Drohnen eingesetzt werden und ist damit ein vielseitiges Mittel, während Russland seine Luftangriffe fortsetzt.
Die AMRAAM ist für die ukrainische F-16-Flotte besonders wichtig geworden, vor allem nachdem Engpässe bei Kurzstreckenraketen die Piloten dazu gezwungen haben, stärker auf Systeme mit größerer Reichweite zurückzugreifen.
Druck auf die Bestände
Das Auftauchen der AIM-120C-8 könnte auch auf ein tieferliegendes Problem hinweisen — schwindende Vorräte älterer Raketen.
Wenn frühere Varianten aufgebraucht werden, könnten Verbündete gezwungen sein, fortschrittlichere Versionen zu liefern, die in der Regel in geringeren Stückzahlen produziert werden.
Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem die weltweite Nachfrage nach Munition steigt und zusätzlichen Druck auf westliche Bestände ausübt.
Jede AMRAAM kostet rund 1 Million US-Dollar, was den Einsatz gegen günstigere Ziele wie Drohnen zu einer schwierigen Abwägung macht.
Die Ukraine hat für diese Rolle zunehmend kostengünstigere Alternativen genutzt, doch gegen komplexere Bedrohungen bleibt die AMRAAM unverzichtbar.
Es bleibt unklar, ob die bei Dnipro gefundene Rakete von einem Flugzeug oder einem bodengestützten System abgefeuert wurde, doch ihre Präsenz unterstreicht sowohl einen Fähigkeitszuwachs als auch den wachsenden Druck auf die Versorgungslinien.
Quellen: The War Zone