Die USA erhöhen den Druck auf Russland nach alarmierenden Nachrichten über einen ehemaligen Marinesoldaten.
Diplomatische Bemühungen zwischen Washington und Moskau haben neue Dringlichkeit erhalten, da die Sorge um den Gesundheitszustand eines in Russland inhaftierten ehemaligen US-Marinesoldaten wächst.
Nach Angaben von Meduza drängen amerikanische Beamte nun auf die Freilassung von Robert Gilman, nachdem Berichte über eine drastische Verschlechterung seines Zustands in Haft bekannt wurden.
Der Fall sei Berichten zufolge von US-Außenminister Marco Rubio während eines Treffens mit dem russischen Außenminister Sergei Lawrow am 23. Juli auf den Philippinen angesprochen worden, so Reuters unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Quellen.
Gilmans Angehörige befürchten, dass der 32-Jährige nicht überleben könnte, wenn er in russischer Haft bleibt.
Eric Lebson, Strategiedirektor der Menschenrechtsorganisation Global Reach, die die Familie vertritt, sagte, sowohl das Weiße Haus als auch das Außenministerium hätten Moskau zur Freilassung des ehemaligen Marinesoldaten aufgefordert.
Nach Angaben seiner Familie habe Gilman über Folter und Injektionen mit bewusstseinsverändernden Substanzen geklagt. Sie sagten auch, er befinde sich seit Juni in einem dissoziativen Stupor und werde derzeit im Krankenhaus über eine Sonde ernährt.
Seine Schwester glaubt, er könnte dem Tod nahe sein.
Trump-Regierung verfolgt den Fall
Ein hochrangiger Beamter der Trump-Regierung sagte Reuters, das Weiße Haus verfolge Gilmans Situation genau und habe die russischen Behörden wiederholt gedrängt, ihm die Rückkehr in die Vereinigten Staaten zu ermöglichen.
Das Außenministerium erklärte zudem, es sei „zutiefst besorgt“ um seinen Gesundheitszustand.
Haftstrafe während der Inhaftierung verlängert
Gilman wurde im Januar 2022 in der russischen Stadt Woronesch verhaftet, nachdem ihm vorgeworfen worden war, bei einer Auseinandersetzung an einem Bahnhof einen Polizisten angegriffen zu haben.
Er wurde ursprünglich zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt, obwohl diese Strafe später um ein Jahr reduziert wurde.
Während seiner Haftzeit warfen ihm die Staatsanwälte jedoch wiederholte Konfrontationen mit Beamten des russischen Föderalen Strafvollzugsdienstes und die Störung des Betriebs der Strafkolonie vor. Diese zusätzlichen Anklagen erhöhten seine Haftstrafe letztendlich auf 10 Jahre.
Die russische Zeitung Kommersant berichtete im Juli 2026, Gilman sei in ein Krankenhaus verlegt worden.
Einer von mehreren inhaftierten Amerikanern
Reuters berichtet, dass Gilman zu den mindestens 10 amerikanischen Staatsbürgern gehört, die derzeit in Russland inhaftiert sind.
Sein Name erschien auch auf einer von Washington im Jahr 2025 erstellten Liste von US-Bürgern, deren Freilassung man sich durch einen zukünftigen Gefangenenaustausch mit Moskau erhoffte, was unterstreicht, dass sein Fall seit über einem Jahr auf der Agenda der US-Regierung steht.