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„In 20 Tagen“: Trump setzt Frist für Grönland, Dänemark warnt vor Nato-Zerfall

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Tomas Ragina / Shutterstock.com

Was als sicherheitspolitische Debatte begann, entwickelt sich zu einer Grundsatzfrage für Europas Bündnisse. Aussagen aus dem Weißen Haus zur Zukunft Grönlands haben Zweifel daran geweckt, wie belastbar gemeinsame Regeln unter Nato-Partnern noch sind.

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Grönland nimmt seit Jahren eine besondere Rolle in der Arktis ein. Die Insel liegt strategisch zwischen Nordamerika und Europa, nahe sensibler Routen und möglicher militärischer Flugbahnen.

Die USA unterhalten dort seit Langem einen Stützpunkt für Raketenwarn- und Überwachungssysteme.

US-Präsident Donald Trump knüpft daran seine Forderungen. Wie n-tv berichtet, erklärte er, Washington werde sich „in 20 Tagen“ erneut mit Grönland befassen.

Die Kontrolle über die Insel sei aus Sicht der USA sicherheitspolitisch notwendig.

Eskalierende Signale

Trump argumentiert, Dänemark könne die Verteidigung Grönlands nicht ausreichend gewährleisten. Diese Linie wurde zuletzt aus dem engsten Umfeld des Präsidenten weiter zugespitzt.

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Trumps stellvertretender Stabschef Stephen Miller stellte, wie der Tagesspiegel berichtet, in einem CNN-Interview offen die rechtliche Grundlage der Zugehörigkeit infrage: „Nach welchem Recht hat Dänemark die Kontrolle über Grönland? Was ist die Grundlage ihres Gebietsanspruchs? Was ist die Grundlage dafür, Grönland als eine Kolonie Dänemarks zu haben?“

Wie der Tagesspiegel berichtet, wies Miller zugleich Spekulationen über Widerstand zurück und erklärte, niemand werde wegen Grönlands Zukunft militärisch gegen die Vereinigten Staaten vorgehen.

Rote Linie aus Kopenhagen

In Dänemark werden diese Aussagen als ernsthafte Bedrohung gewertet.

Ministerpräsidentin Mette Frederiksen machte im dänischen Fernsehen deutlich, welche Konsequenzen sie sieht: „Wenn die USA ein anderes NATO-Land angreifen, dann war’s das“, sagte sie, wie die Tagesschau berichtet.

Damit stehe nicht nur das Bündnis selbst, sondern die gesamte Sicherheitsordnung seit dem Zweiten Weltkrieg infrage.

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Frederiksen betonte, über die Zukunft Grönlands könnten ausschließlich die Bevölkerung der Insel und das Königreich Dänemark entscheiden.

Folgen für das Bündnis

Mehrere europäische Regierungen stellten sich hinter Kopenhagen. Deutschland und die EU verwiesen nach Angaben von n-tv auf Grundsätze wie staatliche Selbstbestimmung und die Unverletzlichkeit von Grenzen.

Beobachter sehen darin weniger einen konkreten Annexionsplan als eine gefährliche Verschiebung politischer Grenzen.

Dass ein Nato-Mitglied offen territoriale Ansprüche gegenüber einem anderen formuliert, gilt als Ausnahmefall – und als Risiko für das Vertrauen, auf dem das Bündnis beruht.

Quellen: n-tv, Tagesschau, Tagesspiegel

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