Pläne für einen geschützten Regierungsraum haben in Washington neue Aufmerksamkeit erregt. Abgeordnete wägen nun Kosten, Geheimhaltung und die Grenzen öffentlicher Unterstützung ab.
Ein Antrag auf Sicherheitsmittel in Höhe von 220 Millionen Dollar im Zusammenhang mit Präsident Donald Trumps geplantem Ballsaal im Weißen Haus hat das Projekt in einen politischen Streit um öffentliche Gelder verwandelt.
Laut CNBC und MS Now war das Geld Teil einer umfassenderen Finanzierung in Höhe von 1 Milliarde Dollar für den Secret Service, die Republikaner im Senat an ein Gesetz zur Durchsetzung der Einwanderungspolitik koppeln wollten.
Die parlamentarische Beraterin des Senats lehnte die Bestimmung in ihrer vorliegenden Form ab, doch die republikanische Führung hat den Versuch nicht aufgegeben.
Mehrheitsführer im Senat John Thune sagte: „Wir werden einen neuen Ansatz versuchen.“
Republikaner zeigen Unbehagen
Mehrere Republikaner haben infrage gestellt, warum Sicherheitsgelder im Zusammenhang mit dem Ballsaal weiterverfolgt werden, nachdem Trump erklärt hatte, private Spender würden das Projekt finanzieren.
Der Abgeordnete Don Bacon sagte gegenüber MS Now: „Dies sollte ein von Spendern getragenes Projekt sein. Das hat der Präsident gesagt, und ich denke, genau das wollen die Wähler.“
Senatorin Susan Collins sagte: „Präsident Trump hatte angegeben, dass der Ballsaal mit privaten Spenden gebaut werden sollte.“ Sie fügte hinzu: „Ich denke, das ist die Zusage, die eingehalten werden sollte.“
Die geschätzten Kosten des Ballsaals sind laut The Hill von etwa 200 Millionen Dollar auf rund 400 Millionen Dollar gestiegen.
Trump verteidigte die Kostensteigerung und erklärte, das Design sei größer und sicherer geworden. „Er wird prachtvoll, sicher und geschützt sein!“, schrieb er auf Truth Social.

Befürworter beschreiben den separaten Finanzierungsantrag als Mittel für den Secret Service. Kritiker argumentieren jedoch, dass diese Unterscheidung kaum von Bedeutung sei, wenn ein Teil der Mittel der Sicherheit desselben Projekts zugutekommt.
Unterirdische Angaben werfen Fragen auf
Berichte von TWZ brachten eine weitere Dimension in die Debatte. Das Medium verwies auf Trumps Aussagen, wonach der Bereich unter dem Ballsaal ein Militärkrankenhaus, Forschungseinrichtungen und Besprechungsräume für militärische Zwecke umfassen solle.
Trump sagte außerdem, der unterirdische Teil reiche „etwa sechs Stockwerke tief“ und „der unterirdische Bereich ist weit komplexer als der obere Bereich“.
Diese Angaben konnten bislang nicht unabhängig anhand vollständiger öffentlicher Baupläne bestätigt werden.
Auch das Dach ist Teil der Kontroverse geworden. Laut TWZ sprach Trump von Drohnenschutz, kugelsicheren Elementen und Einrichtungen, die er als Raketenschutz bezeichnete:
„Auf dem Dach werden wir das größte Drohnenabwehrsystem haben, das Sie je gesehen haben, um Washington zu schützen.“
Für die Abgeordneten geht es inzwischen nicht mehr nur darum, ob das Weiße Haus einen größeren Veranstaltungsraum benötigt.
Es geht darum, ob Sicherheitsargumente, steigende Kosten und Versprechen privater Finanzierung in einem Gesetzentwurf, der derzeit den Kongress durchläuft, miteinander vereinbar sind.
Quellen: TWZ, CNBC, MS Now, The Hill