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Sicherer Job adé: Von der Polizei in den Spitzensport

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Ein sicherer Beruf, klare Strukturen und feste Abläufe. All das lässt Fabienne Vonlanthen hinter sich, um sich ganz auf den Leistungssport zu konzentrieren. Für die Schweizerin beginnt damit eine Phase, in der wenig planbar ist.

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Der Entscheid fällt zu einem Zeitpunkt, an dem vieles möglich scheint. Doch der Weg dorthin war alles andere als vorgezeichnet.

Später Durchbruch

Vonlanthen gehört nicht zu jenen Athletinnen, die schon als Jugendliche auf Spitzenleistungen getrimmt wurden. Erst mit 25 Jahren begann sie ernsthaft zu laufen, ausgelöst durch ihren Wunsch, Polizistin zu werden, wie SRF berichtet.

Anfangs reichte die Kraft kaum für einen Kilometer. Mit der Zeit jedoch kam die Ausdauer, dann die Freude am Training.

Heute gilt sie als eine der besten Schweizer Langstreckenläuferinnen. Der späte Einstieg macht ihre Karriere ungewöhnlich, im internationalen Spitzensport sogar zur Ausnahme.

Titel als Wendepunkt

Der eigentliche Wendepunkt folgte im vergangenen Jahr. Wie SRF berichtet, gewann Vonlanthen nationale Meistertitel über 10 Kilometer, im Halbmarathon und im Marathon.

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Diese Erfolge veränderten ihre Perspektive. Erstmals stand die Frage im Raum, wie viel Potenzial noch ungenutzt sein könnte.

Im Gespräch mit SRF sagte sie rückblickend: „Die letzte Saison war sehr erfolgreich. Ich habe einen Riesensprung gemacht, was meine Zeiten angeht.“

Alles auf Sport

Aus dieser Entwicklung entstand ein klarer Entschluss. Vonlanthen legt den Polizeiberuf vorerst beiseite und setzt voll auf den Sport.

„Laufen ist meine Passion, und das ist nun der nächste, logische Schritt“, erklärte sie gegenüber SRF. Die neue Freiheit ermögliche Trainingslager und Gruppenanschlüsse ohne Rücksicht auf Dienstpläne.

Der Schritt sei dennoch ein Wagnis. Einkommen, Alltag und soziale Kontakte ordnen sich dem Training unter.

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Belastung im Alltag

Mit wöchentlich bis zu 160 Kilometern bewegt sich Vonlanthen in einem Bereich, der Erfahrung und Kontrolle erfordert. Sie selbst spricht von einer Gratwanderung.

Nicht jeder Wettkampf habe denselben Stellenwert. Manche Rennen dienen bewusst als Teil des Trainings, wie sie SRF erklärte.

Der Verzicht sei spürbar. „In einer strengen Marathonvorbereitung sehe ich nicht viele Freunde“, sagte sie. Inzwischen werde dieser Lebensstil jedoch akzeptiert.

Blick nach Europa

Sportlicher Höhepunkt des Jahres ist die Leichtathletik-EM in Birmingham. Die Qualifikation soll über das World Ranking erfolgen.

„Medaillenchancen habe ich wohl eher weniger“, sagte Vonlanthen realistisch. Ein Platz im Mittelfeld hält sie jedoch für erreichbar.

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Ob sich der radikale Karriereschritt auszahlt, wird sich erst im Sommer zeigen.

Quelle: SRF