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Zwölf Jahre später: Deutschland offiziell Olympiasieger – Russischer Ex-Biathlet stellt sich quer

Winter Olympics
Eug Png / Shutterstock

Zwölf Jahre nach Sotschi ist das olympische Staffel-Ergebnis offiziell korrigiert worden.

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Zwölf Jahre nach den Winterspielen von Sotschi ist ein alter Wettkampf erneut in den Schlagzeilen. Eine juristische Entscheidung hat das Podium verändert – doch nicht alle Beteiligten akzeptieren die Konsequenzen.

Im Mittelpunkt steht ein ehemaliger russischer Biathlet, der sich dem Internationalen Olympischen Komitee widersetzt.

Wie ntv.de unter Berufung auf dpa berichtet, wurde dem russischen Staffelteam von 2014 nach jahrelangen Verfahren die Goldmedaille aberkannt. Hintergrund ist der Dopingfall Jewgeni Ustjugow, dessen nachträgliche Sperre vor allen Instanzen bestätigt wurde. Dadurch rückte die deutsche Mannschaft vom Silber- auf den ersten Platz vor.

Erik Lesser, Daniel Böhm, Arnd Peiffer und Simon Schempp nahmen ihre Goldmedaillen nun bei den Winterspielen im italienischen Antholz entgegen – mit mehr als einem Jahrzehnt Verspätung. Die Neuverteilung erfolgte durch das IOC im Rahmen einer nachgeholten Zeremonie.

Späte Entscheidung

Mit dem Urteil gegen Ustjugow wurde das damalige Resultat offiziell korrigiert. Russland verlor den Olympiasieg in der 4×7,5-Kilometer-Staffel, Deutschland wurde nachträglich zum Sieger erklärt. Die zuvor erhaltenen Silbermedaillen gaben die Deutschen an das IOC zurück, sie gingen an Österreich.

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Lesser äußerte sich auch mit einem Augenzwinkern zur Frage, ob es sich um die ursprünglich an Russland verliehene Medaille handelt. „Ich denke mal nicht, weil keine Kratzer dran sind.“ Und weiter: „Ich unterstelle jetzt mal dem Russen, dass er bestimmt noch mal einen Kratzer drauf gemacht hätte, bevor er sie weggeschickt hätte.“

Während das IOC die Rangliste angepasst hat, lehnt ein Mitglied der damaligen russischen Staffel die Rückgabe seiner Auszeichnung ab. Anton Schipulin, 2014 Schlussläufer, erklärte gegenüber Match TV, wie ntv.de berichtet: „Nein, wozu? Ich habe sie erkämpft. Sie ist meine, ich werde sie nicht zurückgeben.“

Klare Bedingungen

Auf Instagram verschärfte Schipulin seine Haltung. Er knüpfte eine mögliche Rückgabe an politische Forderungen. Das IOC und die internationalen Verbände müssten russischen Athletinnen und Athleten wieder Flagge und Hymne zugestehen und aufhören, sie mit dem „neutralen Status“ zu erniedrigen. „Dann bin ich bereit, meine Medaillen zurückzugeben“, schrieb er.

Russische Biathletinnen und Biathleten sind bei den aktuellen Spielen in Italien nicht vertreten. Das IOC hatte das Russische Olympische Komitee suspendiert, nachdem dieses die annektierten ukrainischen Gebiete Donezk, Cherson, Luhansk und Saporischschja aufgenommen hatte. Das wertete das IOC als Verstoß gegen die Olympische Charta.

Schipulin, der nach seiner Karriere politisch aktiv wurde, kommentierte den teilweisen Ausschluss russischer Sportler grundsätzlich: „Wir erinnern uns alle daran, als unsere Sportler (von den Wettbewerben) entfernt wurden. Und damals wurde die Hauptregel verletzt: Sport findet außerhalb der Politik statt.“

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Der Fall macht deutlich, wie stark olympische Entscheidungen inzwischen im politischen Kontext stehen. Während Medaillen neu verteilt werden, bleiben die Spannungen zwischen Russland und den internationalen Sportverbänden bestehen.

Quellen: dpa, ntv.de