Eine neue Analyse legt nahe, dass mehrere weit verbreitete Apps jeden Monat große Mengen Energie verbrauchen – nicht nur bei aktiver Nutzung, sondern auch während sie im Hintergrund laufen.
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Ein leerer Akku schon zur Tageshälfte ist für viele Smartphone-Nutzer eine vertraute Frustration. Zwar wird häufig die Bildschirmzeit verantwortlich gemacht, doch einige der größten Stromfresser arbeiten im Verborgenen.
Eine neue Analyse legt nahe, dass mehrere weit verbreitete Apps jeden Monat große Mengen Energie verbrauchen – nicht nur bei aktiver Nutzung, sondern auch während sie im Hintergrund laufen.
Was die Daten zeigen
Laut dem Telekommunikations- und Netzwerkunternehmen Elevate spielt die Hintergrundverarbeitung eine entscheidende Rolle dafür, wie schnell sich der Akku eines Smartphones entlädt.
Das Unternehmen untersuchte Nutzungsmuster, Bildschirmzeit, Hintergrundaktivität und Stromverbrauch, um abzuschätzen, wie viel Akku beliebte Apps im Verlauf eines Monats beanspruchen.
Elevate konzentrierte sich auf Apps, die sowohl intensiv genutzt werden als auch ständig im Hintergrund aktiv sind, selbst wenn Nutzer nicht direkt mit ihnen interagieren.
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Die größten Akkufresser
Netflix führte die Liste von Elevate an. Das Unternehmen schätzt, dass durchschnittliche Nutzer rund 60 Stunden pro Monat mit dem Streamen von Inhalten verbringen, was dem Gegenwert von etwa 1.500 Prozent einer vollständigen Akkuladung entspricht.
Hinzu kommen weitere 13 Stunden Hintergrundaktivität, die den Verbrauch zusätzlich erhöhen.
TikTok folgte mit etwa 33 Stunden monatlicher Nutzung und einem geschätzten Akkuverbrauch von 825 Prozent, zuzüglich erheblicher Hintergrundverarbeitung. Auch YouTube rangierte weit oben und verbraucht Schätzungen zufolge rund 540 Prozent einer Akkuladung pro Monat – noch bevor die Hintergrundaktivität berücksichtigt wird.
Soziale Netzwerke waren besonders stark vertreten. Threads, Snapchat, Instagram und Facebook wiesen allesamt einen hohen Akkuverbrauch auf, der sich aus einer Mischung aus Bildschirmzeit und vielen Stunden Hintergrundaktivität ergibt.
Stille Hintergrundkiller
Nicht alle Apps mit hohem Verbrauch setzen auf intensive Videonutzung. Spotify verbraucht laut Elevate pro Stunde aktiven Hörens vergleichsweise wenig Energie, doch die langen Phasen der Hintergrundaktivität machen die App über die Zeit zu einem „stillen“ Akkufresser.
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CapCut, eine App zur Videobearbeitung, zeigte den schnellsten Verbrauch pro Stunde. Auch ChatGPT tauchte in der Liste auf: Elevate schätzt, dass die App pro Monat etwa 200 Prozent einer vollständigen Akkuladung verbraucht.
Warum sich das summiert
Elevate betont, dass Hintergrundaktivitäten von Nutzern häufig unterschätzt werden. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte: „Während sich Nutzer auf aktives Streaming oder Videobearbeitung konzentrieren, verbrauchen Apps wie Spotify weiterhin erhebliche Mengen Akku, selbst wenn man nicht aktiv zuhört. Das verdeutlicht, wie wichtig es ist, die Einstellungen für die Hintergrundaktualisierung zu verwalten, um eine optimale Akkuleistung zu erzielen.“
So lässt sich der Verbrauch reduzieren
Elevate empfiehlt, die Hintergrundaktualisierung für nicht essenzielle Apps zu deaktivieren, die Nutzung zu überwachen, Energiesparmodi zu aktivieren, Apps aktuell zu halten, die Bildschirmhelligkeit zu reduzieren, selten genutzte stromintensive Apps zu deinstallieren und als letzten Ausweg eine Powerbank mitzuführen.
Quellen: Phonearena