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Handyvertrag im Check: So umgehen Verbraucher Kündigungsfallen und versteckte Kosten

iPhone
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Mobilfunkverträge können versteckte Kosten und rechtliche Fallstricke enthalten.

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Viele Mobilfunkdeals wirken erst einmal wie ein Schnäppchen. Doch oft zeigt sich der wahre Preis erst später, wenn Rabatte auslaufen oder Zusatzkosten auftauchen.

Verbraucherschützer raten deshalb, Verträge nicht nach Werbesätzen zu beurteilen, sondern nach Regeln, Belegen und Gesamtsummen.

Teuer trotz Rabatt

Wie Focus Online berichtet, nutzen Mobilfunkanbieter häufig Preismodelle, die im ersten Jahr günstig aussehen und danach spürbar steigen. Auch „1-Euro“-Smartphones werden häufig über höhere Monatsraten querfinanziert.

Auffällig sind außerdem Zusatzgeräte wie Tablets, die mit einem weiteren Datentarif verknüpft sein können. Verkaufsdruck entsteht durch zeitlich verknappte Angebote, die zu schnellen Unterschriften drängen.

Wer vergleichen will, sollte die Gesamtkosten über 24 Monate rechnen, inklusive Anschlussgebühr, Gerätepreis und möglichen Erhöhungen.

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Seit Ende 2021 müssen Anbieter vor Abschluss eine standardisierte Vertragszusammenfassung aushändigen, ein Dokument, das Tarife besser vergleichbar machen soll.

Sauber kündigen

Kommt es später zum Streit, zählt vor allem eines: ob die Kündigung fristgerecht beim Anbieter eingegangen ist. Nach Angaben der Verbraucherzentrale ist deshalb der Versandweg entscheidend.

Empfohlen werden Einwurf-Einschreiben, Fax mit qualifiziertem Sendebericht oder der gesetzlich vorgeschriebene Kündigungsbutton auf der Website. Der Button ist häufig außerhalb des Logins und eher unauffällig platziert, gilt aber als verbindlich.

Kritisch sehen Verbraucherschützer die „Kündigungsvormerkung“. Sie klingt nach Onlinekündigung, ist aber oft nur ein Zwischenschritt, bei dem am Ende ein Telefonat verlangt wird und der Nachweis dünn bleiben kann.

Rückruf und Werbung

Nach einer Kündigung bitten manche Unternehmen um einen Rückruf, angeblich, „um die Kündigung zu bearbeiten“. Die Verbraucherzentrale stellt klar: Eine zusätzliche telefonische Bestätigung ist für die Wirksamkeit nicht erforderlich.

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Wer nach Vertragsende keine E-Mails, Briefe oder Anrufe mehr will, sollte im Kündigungsschreiben der Datennutzung zu Werbezwecken und der telefonischen Kontaktaufnahme ausdrücklich widersprechen.

Mehr Druck für Kunden

In der Praxis kann gerade eine konsequente Kündigung Verhandlungsspielraum schaffen. Anbieter melden sich nach Angaben aus dem Verbraucherschutz oft mit besseren Konditionen, wenn ein Abgang droht.

Für Kunden heißt das: nüchtern rechnen, sauber dokumentieren und sich nicht in Gespräche drängen lassen, die nur den Rückweg in teure Konditionen öffnen.

Quelle: Focus Online

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