Startseite Verbrauch Wenn das Handy die Grenze überschreitet: Grenzregionen im Roaming-Dilemma

Wenn das Handy die Grenze überschreitet: Grenzregionen im Roaming-Dilemma

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Unerwartete Handyrechnungen sorgen in Süddeutschland erneut für Diskussionen. Was für Betroffene wie ein technisches Detail wirkt, hat sich zu einem politischen Thema entwickelt. Im Fokus stehen Grenzregionen zur Schweiz.

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In Baden-Württemberg haben FDP-Abgeordnete einen parlamentarischen Vorstoß eingebracht, wie Blick berichtet. Sie wollen klären lassen, wie häufig Handys nahe der Grenze automatisch in Schweizer Netze wechseln und welche Kosten dadurch entstehen.

Die Abgeordneten fordern von der Landesregierung eine genauere Analyse des Problems. Zudem soll geprüft werden, wie Verbraucher:innen besser geschützt werden können.

Die grün-schwarze Landesregierung verweist in ihrer „Schweiz-Strategie“ darauf, dass grenzüberschreitender Mobilfunk für Bürger:innen relevant sei. Verbesserungen würden angestrebt, heißt es dort.

Technische Ursachen

Smartphones wählen ihr Mobilfunknetz meist automatisch. Entscheidend ist die Signalstärke, nicht die Landesgrenze. In Grenzregionen kann daher eine Antenne auf Schweizer Gebiet den Ausschlag geben.

Viele Nutzer:innen bemerken den Wechsel nicht sofort. Telefonieren, Surfen oder Streamen läuft weiter, allerdings zu anderen Konditionen. Erst die Abrechnung macht den Netzwechsel sichtbar.

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Besonderheit Schweiz

Innerhalb der Europäischen Union gilt seit Jahren das Prinzip „Roam Like at Home“. Zusätzliche Gebühren sind dort weitgehend abgeschafft. Die Schweiz gehört jedoch nicht zu diesem Abkommen.

Wie Blick berichtet, lehnte der Schweizer Bundesrat kürzlich erneut einen politischen Vorstoß für einen Beitritt ab.

Verbraucher betroffen

Wie Blick unter Berufung auf die Verbraucherzentrale Niedersachsen berichtet, können die Folgen erheblich sein. Ein Ehepaar, das in Grenznähe in Deutschland unterwegs war, erhielt später eine Rechnung über rund 110 Euro.

Auch andere deutsche Medien griffen ähnliche Fälle auf. Wie Blick berichtet, sprach der Südkurier von einem „Teuer-Schock“, der Bayerische Rundfunk von einer „Kostenfalle Schweiz“. Die Berichte zeigen, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt.

Mögliche Auswege

Da eine politische Lösung auf internationaler Ebene ungewiss bleibt, rücken technische Maßnahmen in den Vordergrund. FDP-Politiker setzen auf einen dichteren Mobilfunkausbau auf deutscher Seite.

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Die Hoffnung: Wenn das heimische Netz flächendeckend verfügbar ist, sinkt die Wahrscheinlichkeit eines automatischen Wechsels. Ob dies die Probleme dauerhaft löst, bleibt offen.

Quellen: Blick