Ein stiller Kampf um die öffentliche Meinung tobt ständig hinter den Bildschirmen unserer Smartphones.
Wenn ausländische Agenten soziale Medien nutzen, um die nationale Politik zu steuern, treten die realen Konsequenzen oft aus dem digitalen Schatten hervor. Nun ist ein internationales Fahndungsnetz um einen wichtigen Akteur in Südamerika zugeschnappt.
Die Grenze überschritten
Die argentinischen Behörden haben einen russischen Staatsbürger festgenommen, der beschuldigt wird, eine massive politische Einflusskampagne geleitet zu haben.
Die argentinische Regierung gab die Verhaftung von Dmitri Nowikow bekannt. Er soll ein weitverzweigtes Einflussnetzwerk namens La Compañía geleitet haben.
Die Operation zielte speziell auf die Regierung von Präsident Javier Milei ab.
Lokale Beamte behaupten, die Gruppe habe darauf hingearbeitet, staatliche Institutionen von innen heraus zu beschädigen. Laut Ukrinform sei das Netzwerk auch als Lakhta bekannt und operiere unter der Anleitung russischer Geheimdienste.
Dem festgenommenen Mann werden von hochrangigen Beamten in Buenos Aires schwerwiegende Anschuldigungen gemacht. Die argentinische Sicherheitsministerin Alejandra Monteoliva bezeichnete Nowikow während einer kürzlichen Pressekonferenz als „eine Bedrohung der demokratischen Ordnung“.
Sie fügte hinzu, er sei „gekommen, um die Institutionen des Landes zu destabilisieren und zu untergraben“.
Den Preis zahlen
Ermittler glauben, genau zu wissen, warum die neue Regierung ins Visier geriet.
Die russischen Agenten wollten den argentinischen Präsidenten für seine nachdrückliche Unterstützung der Ukraine und Wolodymyr Selenskyjs bestrafen.
Um dies zu erreichen, setzte das Netzwerk unzählige automatisierte Konten in den sozialen Medien ein. Diese feindlichen Bot-Farmen verbreiteten eine sehr spezifische Erzählung unter den lokalen Wählern.
Sie behaupteten, die Solidarität mit der Ukraine bedeute lediglich, „Washingtons Befehlen zu folgen“ und lokale Steuergelder zu verschwenden.
Die Gruppe hinter diesem digitalen Angriff hat eine dunkle Geschichte. Berichte deuten darauf hin, dass die Betreiber direkte Verbindungen zur berüchtigten Wagner-Gruppe unterhalten hätten.
Eine globale Warnung
Experten sehen diese Verhaftung als ein klares Signal für Moskaus sich ändernde Taktiken. Das ukrainische Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation, eine Abteilung des nationalen Sicherheitsrates, teilte seine Analyse auf Telegram mit.
Das Zentrum warnte, der Kreml wolle seinen Informationskrieg weit über Europa hinaus ausweiten.
Sie glauben, Russland werde überall dort Schattenstrukturen einsetzen, wo lokale Führungspersönlichkeiten Solidarität mit Kiew zeigten. Die Manipulation der öffentlichen Meinung bleibe ein billiges und effektives Werkzeug für staatliche Akteure.
Das politische Klima in Buenos Aires hat die ausländischen Agenten offensichtlich beunruhigt. Erst kürzlich veranstaltete die Stadtverwaltung eine große Solidaritätsveranstaltung, die den vierten Jahrestag des Beginns der umfassenden Invasion der Ukraine markierte.
Quellen: Ukrinform