Neu veröffentlichtes Videomaterial der chinesischen Marine hat bei Militärexperten im Ausland große Aufmerksamkeit erregt.
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Das Video zeigt, was Peking als die abschließenden Tests einer neuen Anti-Schiffs-Rakete bezeichnet, eine Entwicklung, die das Kräfteverhältnis auf See im Pazifik verändern könnte.
Experten sagen, die Tests deuteten darauf hin, dass die Waffe kurz vor der Einsatzreife stehe, was Fragen zur Vorbereitung der US-Streitkräfte auf eine mögliche Abwehr aufwerfe.
Abschließende Tests gezeigt
Nach Angaben von Defense Express hat die Marine der Volksbefreiungsarmee die letzte Testphase der Anti-Schiffs-Rakete YJ-20 abgeschlossen.
Das Filmmaterial zeigt mehrere Starts von einem Lenkwaffenzerstörer des Typs 055.
Offizielle chinesische Stellen nannten keine technischen Details, doch die Bezeichnung der Übungen als „abschließende Tests“ deute darauf hin, dass die Rakete kurz vor der Indienststellung und Serienproduktion stehe, so Analysten.
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Die YJ-20 wurde erstmals während einer Militärparade in Peking im September 2025 öffentlich präsentiert.
Defense Express wies darauf hin, dass bereits vor mehreren Jahren veröffentlichtes Videomaterial den Start nicht identifizierter Raketen von einem Zerstörer des Typs 055 zeigte, bei denen es sich um frühe Versionen desselben Systems gehandelt haben könnte.
Was bekannt ist
Die technischen Daten der Rakete bleiben geheim. Auf Grundlage von Form und Flugprofil gehen Analysten von Defense Express davon aus, dass es sich bei der YJ-20 um eine hyperschallschnelle aeroballistische Rakete mit manövrierfähigem Gefechtskopf handelt.
Sie schätzen, dass die Rakete Endgeschwindigkeiten von etwa Mach 9 erreichen und eine Reichweite von rund 1.500 bis 2.000 Kilometern haben könnte.
Der Start erfolgt vertikal über ein Kaltstartsystem, wobei das Haupttriebwerk kurz nach dem Verlassen des Startbehälters zündet.
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Analysten gehen zudem davon aus, dass die Rakete radar- oder infrarotgelenkt ist, möglicherweise ergänzt durch Satellitenupdates während des Flugs.
Schwer abzufangen
Hyperschallwaffen gelten als besonders schwer abzuwehren.
Ihre hohe Geschwindigkeit, kombiniert mit der Fähigkeit zu Manövern und zur Nutzung von Radarlücken, verringert laut Experten die Chancen einer erfolgreichen Abfangmaßnahme erheblich.
Defense Express berichtete, dass die US-Marine bei einer solchen Bedrohung voraussichtlich auf SM-6-Abfangraketen zurückgreifen müsste.
Jede dieser Raketen kostet rund 4,6 Millionen Euro, und die Produktionszahlen sind begrenzt. Für das Haushaltsjahr 2026 sind 139 Stück geplant.
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Strategische Sorgen
Die Analysten kamen zu dem Schluss, dass die YJ-20 eine „erhebliche Bedrohung für die US-Marine“ darstellen könnte, insbesondere bei einem Einsatz in großer Zahl.
Sie argumentierten, dass die derzeitigen US-Raketenabwehrsysteme kostspielig seien und für längere Einsätze möglicherweise nicht ausreichten.
Laut Defense Express zeige die Entwicklung den Bedarf an Waffen mit größerer Reichweite sowie an günstigeren Abwehrsystemen, um amerikanische Seestreitkräfte langfristig zu schützen.
Quellen: Defense Express, Marine der Volksbefreiungsarmee, Wirtualna Polska