Familie traf sich zum Geburtstag: 7 Erwachsene und zwei Kinder von russischen Soldaten getötet

Geschrieben von Jasper Bergmann

32 Wochen vor

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31/10/2023
Welt
Foto: Privat
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7 Erwachsene und zwei Kinder von russischen Soldaten getötet.

In der von Russland kontrollierten Region Volnovakha wurden neun Mitglieder einer Familie, einschließlich zwei kleiner Kinder, tot aufgefunden.

Ukrainische Staatsanwälte haben ein Strafverfahren eingeleitet, doch die Aussichten auf eine unabhängige Untersuchung stehen schlecht.

Die Familie hatte bereits zuvor Konflikte mit russischen Soldaten, was viele dazu veranlasst, eine Beteiligung der Soldaten an den Morden zu vermuten.

Der tragische Vorfall

Laut Angaben der Menschenrechtsorganisation in der Ukraine hatte sich die Familie versammelt, um Natalia Horkuns Geburtstag zu feiern, als sie ermordet wurden.

Zu den Opfern zählten Natalia, ihre beiden Kinder und weitere Familienangehörige. Der Mord soll nach einer Auseinandersetzung zwischen dem Familienoberhaupt, Andriy Kapkanets, und russischen Soldaten erfolgt sein.

Ermittlungen laufen

Die ukrainischen Behörden haben ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen Kriegsrecht und vorsätzlicher Tötung eingeleitet. Bei einer Verurteilung droht eine lebenslange Haftstrafe. Parallel dazu führt Russlands Ermittlungsausschuss eine eigene Untersuchung durch, allerdings lediglich wegen "Mordes", was die Aussicht auf eine umfassende Aufklärung trübt.

Vorangegangene Konflikte

Es ist nicht das erste Mal, dass russische Soldaten in Verbrechen in besetzten Gebieten verwickelt sind. Berichte weisen darauf hin, dass bewaffnete Männer, vermutlich aus dem Kaukasus, die Familie bereits bedroht hatten, nachdem Kapkanets sich geweigert hatte, sein Haus zu räumen.

Russlands fragwürdige Bilanz

Seit dem Beginn der russischen Intervention in der Ukraine im Jahr 2014 schützt Russland regelmäßig diejenigen, die Kriegsverbrechen begehen. Selbst wenn Teile der Wahrheit ans Licht kommen, werden Mythen oft aufrechterhalten und die Täter manchmal sogar glorifiziert.

Der Fall ist noch nicht abgeschlossen. Sowohl ukrainische als auch russische Behörden führen weiterhin ihre jeweiligen Ermittlungen durch. Angesichts der russischen Vorgeschichte besteht jedoch wenig Anlass zur Hoffnung, dass Gerechtigkeit walten wird.