Großer Vulkanausbruch in Island: 'Die Befürchtung, die wir am meisten fürchteten'

19/12/2023 07:49

Peter Zeifert

Welt
Foto: Wikimedia Commons
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'Die Befürchtung, die wir am meisten fürchteten'

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Island erlebt derzeit eine erschütternde Situation, da letzte Nacht ein Vulkan auf der Halbinsel Reykjanes ausgebrochen ist, was zur Evakuierung vieler Bewohner führte. Dieses Ereignis hat erhebliche Besorgnis und Aufmerksamkeit erregt, insbesondere aufgrund der ungewöhnlichen Natur der vulkanischen Aktivität.

Vulkanologe Þorvaldur Þórðarson beschrieb die Situation als nahe am schlimmsten Szenario. Eine Serie von Erdbeben um Mitternacht löste einen starken Vulkanausbruch auf der Halbinsel Reykjanes aus.

Die ganze Nacht über gab es Berichte über 'sehr heftige Aktivitäten' auf der Halbinsel, südlich der Hauptstadt Reykjavik gelegen. Þórðarson, der gegen 2 Uhr morgens (Ortszeit) mit dem Medienunternehmen Morgunbladid sprach, bewertete die Situation als 'so nah wie möglich an einem Albtraumszenario.'

Der Ausbruch, der spät am Montagabend begann, war lange erwartet worden, und viele Bewohner hatten das Gebiet bereits verlassen. Die ersten Einschätzungen am frühen Dienstagmorgen deuteten jedoch auf eine etwas optimistischere Aussicht hin. Es wurde nicht mehr angenommen, dass die Lava auf die kleine Fischerstadt Grindavik zufließen würde, die etwa 3.500 Einwohner hat, wie die isländischen Medien RÚV berichteten.

Trotzdem bleiben alle Straßen von und nach der Stadt laut einer Erklärung der örtlichen Polizei auf Facebook für mehrere Tage gesperrt.

Der Vulkanausbruch, der gegen 22:20 Uhr Ortszeit begann, wurde in Videos festgehalten, die in sozialen Medien geteilt wurden und zeigen, wie mehrere Meter hohe Lavafontänen in die Luft schießen.

Kristín Jónsdóttir, Direktorin des Isländischen Meteorologischen Instituts, erklärte, dass sie die Situation in den nächsten Stunden genau beobachten werden. "Es ist oft so, dass Ausbrüche wie dieser am Anfang am heftigsten sind, und wir sehen gerade sehr heftige Aktivitäten", sagte sie zu RÚV.

Der internationale Flughafen Reykjaviks, der etwa 15 Kilometer nordwestlich des Vulkanausbruchs liegt, bleibt geöffnet. Bisher wurden aufgrund des Ausbruchs keine Flüge abgesagt, obwohl auf der Website des Flughafens berichtet wird, dass einige Flüge am Dienstagmorgen Verspätungen haben.

Dieser Vulkanausbruch in Island, der seit Oktober nach Wochen von Erdbeben erwartet wurde, hat ein lange gefürchtetes Szenario zur Realität gemacht. Die sich entfaltenden Ereignisse unterstreichen die ständig präsente und dynamische Natur der geologischen Landschaft Islands.