Kanada setzt weltweites Beispiel: Kostenlose Verhütungsmittel für Frauen

Geschrieben von Jasper Bergmann

Foto: Gints Ivuskans / Shutterstock.com
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Kanada kündigt kostenlose Verhütungsmittel für Frauen an und unterstreicht damit sein Engagement für reproduktive Gesundheit und Freiheit.

Kanada betritt Neuland im Bereich der öffentlichen Gesundheit und der Rechte der Frauen. Premierminister Justin Trudeau gab eine bahnbrechende Initiative bekannt, die Verhütungsmittel für Frauen im ganzen Land kostenlos macht.

Diese Politik ist Teil einer größeren Gesundheitsreform, die darauf abzielt, finanzielle Barrieren für Verhütungsmittel zu beseitigen und sicherzustellen, dass Frauen frei wählen können, ohne durch Kosten eingeschränkt zu werden.

Ein Sprung Richtung reproduktive Freiheit

Während einer Pressekonferenz, auf der die erste Phase einer bedeutenden Gesundheitsreform vorgestellt wurde, wurde erklärt, dass der Staat die Kosten für die gängigsten Verhütungsmethoden übernehmen wird.

Dies umfasst Intrauterinpessare (IUPs), Antibabypillen, Verhütungsimpfungen und die Notfallverhütung, auch bekannt als Pille danach. Kanadas Vize-Premierministerin Chrystia Freeland erläuterte den Umfang dieser Initiative und betonte das Engagement der Regierung für die Gesundheit und Autonomie der Frauen.

Ungefähr neun Millionen kanadische Frauen im gebärfähigen Alter stehen im Vorteil durch diese Politik.

"Frauen sollten frei wählen können, welche Verhütungsmethode sie nutzen wollen, ohne dass Kosten ein Hindernis darstellen. Deshalb machen wir Verhütungsmittel kostenlos", erklärte Trudeau auf der Social-Media-Plattform X.

Teil einer umfassenderen Gesundheitsinitiative

Dieser Schritt ist ein Bestandteil von Kanadas "Pharmakare-Plan", der bereits im Februar als Teil einer Reihe von Gesetzesvorschlägen angedeutet wurde, die darauf abzielen, den öffentlich finanzierten Teil des Gesundheitssystems des Landes auszuweiten.

Der Plan, der die bedeutendste Erweiterung seit Jahrzehnten darstellt, schlägt ebenfalls vor, Diabetes-Medikamente für etwa 3,7 Millionen Kanadier kostenlos zu machen.

Die Kosten dieser Änderungen und ihr Umsetzungszeitplan stehen noch aus. Jedoch markiert die Initiative der Regierung einen entscheidenden Schritt zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit und zur Sicherstellung eines gerechten Zugangs zu Gesundheitsdiensten. Der nächste Schritt besteht darin, die Zustimmung der Provinzen Kanadas zu gewinnen, die in der Praxis das öffentliche Gesundheitssystem verwalten.

Diese Initiative folgt auf einen Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der offenbarte, dass Kanada pro Kopf mehr für Medikamente ausgibt als Japan, Deutschland und die USA.

Indem Kanada Verhütungsmittel kostenlos macht, adressiert es nicht nur die finanzielle Belastung seiner Bürger, sondern setzt auch einen Präzedenzfall für reproduktive Gesundheitsrechte weltweit.