Lettland setzt in der EU ein Zeichen durch das Verbot von Getreideimporten aus Russland und Belarus

Geschrieben von Jasper Bergmann

Photo: Wiki Commons
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Lettland setzt in der EU ein Zeichen durch das Verbot von Getreideimporten aus Russland und Belarus.

Am 22. Februar traf das lettische Parlament eine wegweisende Entscheidung und verbot den Import von Getreide aus Belarus und Russland, womit Lettland zum ersten Mitgliedsstaat der Europäischen Union wurde, der eine solche Maßnahme umsetzt.

Laut Kyiv Independent kam dieser Schritt nach einem bemerkenswerten Anstieg des russischen Getreides, das durch Lettland in die EU floss, mit über 380.000 Tonnen im Jahr 2023, gegenüber etwa 80.000 Tonnen im Vorjahr, wie ein lettischer Beamter im Dezember 2023 berichtete.

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Statistik das Getreide ausschließt, das aus Russland durch Lettland in Nicht-EU-Länder transportiert wurde.

Die Entscheidung folgte auf frühere Proteste von Landwirten gegen Getreideimporte aus diesen beiden Ländern. Der lettische Präsident Edgars Rinkevics hatte seine Unterstützung für ein solches Verbot bereits am 24. Januar zum Ausdruck gebracht und dabei sowohl politische als auch wirtschaftliche Gründe angeführt.

Rinkevics hob die problematische Natur der russischen Getreideimporte hervor und schlug vor, dass sie nicht nur die russische Wirtschaft und damit indirekt die militärischen Anstrengungen unterstützen, sondern auch Bedenken hervorrufen, dass ein Teil des als russisch gekennzeichneten Getreides tatsächlich aus von Russland kontrollierten ukrainischen Gebieten stammen könnte.

Der lettische Abgeordnete Janis Reirs betonte in seiner Ansprache an das Parlament die ethischen Implikationen des Konsums von Produkten aus Russland, die indirekt das unterstützen könnten, was er als "kriminelles Regime" bezeichnete. Er betonte, dass sich an internationalen Verbrechen zu beteiligen oder davon zu profitieren, ohne Konsequenzen zu tragen, den gesellschaftlichen Moralvorstellungen, ethischen Standards und dem Wertesystem des Landes zuwiderläuft.

Die Umsetzung dieses Verbots soll zwei Wochen nach dem Datum der Parlamentsabstimmung in Kraft treten, wobei die lettische Regierung in der Zwischenzeit festlegen wird, welche spezifischen Produkte einbezogen werden sollen.