Medwedew versichert: "Das ist kein Bluff"

Peter Zeifert

2 Wochen vor

|

01/06/2024
Welt
Foto: Belish / Shutterstock.com
Foto: Belish / Shutterstock.com
Russland warnt eindringlich vor einer möglichen nuklearen Eskalation im Ukraine-Konflikt.

Russland hat eine ernste Warnung ausgesprochen, dass der Krieg in der Ukraine auf eine "Endphase" zusteuert, die den Einsatz taktischer Nuklearwaffen beinhalten könnte.

Dieses düstere Szenario könnte laut Dmitri Medwedew, dem stellvertretenden Vorsitzenden des russischen Sicherheitsrates, zu einem ausgewachsenen Krieg führen.

Krieg in der Ukraine steuert auf gefährliches Endspiel zu

Medwedews deutliche Warnung kommt inmitten eskalierender Spannungen. Er betonte, dass der aktuelle Konflikt in seine schwerste Phase eintreten könnte und wies jegliche Vorstellungen, dass diese Drohungen nur Einschüchterungstaktiken seien, zurück.

"Das ist kein Bluff"

Medwedew erklärte:

"Leider ist das weder Einschüchterung noch ein Bluff."

Seine Kommentare spiegeln eine wachsende Überzeugung in Russland wider, dass das westliche Engagement in der Ukraine einem Kriegsakt gegen Russland gleichkommt.

Die Warnung folgte Berichten, dass die Vereinigten Staaten der Ukraine grünes Licht gegeben haben, russisches Territorium unter bestimmten Bedingungen mit westlich gelieferten Waffen anzugreifen.

Dieser Schritt, so der Kreml, käme einer Kriegserklärung gleich.

"Beteiligung an einem Krieg gegen uns"

Der ehemalige russische Präsident beschuldigte die NATO-Länder der direkten militärischen Beteiligung.

"Russland betrachtet alle Langstreckenwaffen, die von der Ukraine eingesetzt werden, als direkt von NATO-Militärs kontrolliert. Das ist keine militärische Hilfe; das ist die Teilnahme an einem Krieg gegen uns," behauptete Medwedew.

Er warnte, dass solche Handlungen sehr wohl als casus belli—ein Kriegsgrund—dienen könnten.

Ein tödlicher Fehler

Medwedew war oft die Stimme des Kremls, um seine schärfsten und feindlichsten Aussagen gegenüber dem Westen zu verkünden.

Er warnte, dass es ein "tödlicher Fehler" wäre, wenn der Westen annehmen würde, dass Russland nicht bereit sei, Nuklearwaffen gegen die Ukraine einzusetzen. Zudem deutete er an, dass Russland in der Lage sei, andere "feindliche Länder" anzugreifen, ohne dabei spezifizieren zu wollen, welche Nationen gemeint sind.

Diplomatische Analysten schlagen vor, dass Medwedews Äußerungen die Ansichten der älteren Generation innerhalb des Putin-Regimes repräsentieren.

Medwedew hob die eskalierende Natur des Konflikts hervor und bemerkte die zunehmende Feuerkraft der von der Ukraine eingesetzten NATO-Waffen.

"Der aktuelle militärische Konflikt mit dem Westen entwickelt sich nach dem schlimmstmöglichen Szenario," behauptete er.

Kurswechsel der US-Politik

Laut Quellen innerhalb der Biden-Administration bat die Ukraine um Erlaubnis, russisches Territorium anzugreifen, nachdem Russland diesen Monat eine bedeutende Offensive gegen Charkiw gestartet hatte. Dieser Politikwechsel wurde Berichten zufolge in den letzten Tagen beschlossen.

Die Ukraine darf nun US-gelieferte Waffen wie Raketen und Raketenwerfer einsetzen, um russische Raketen, die Charkiw anvisieren, abzufangen, um Truppen, die sich direkt über der russischen Grenze versammeln, anzugreifen oder um russische Bomber, die Angriffe auf ukrainisches Gebiet starten, zu zielen.

Es ist ihnen jedoch verboten, diese Waffen einzusetzen, um zivile Infrastruktur oder tief im russischen Territorium zu treffen.