Mehr schlechte Nachrichten für Russland: Sanktionen verzögern Reparaturen von Ölraffinerien

Geschrieben von Peter Zeifert

Foto: ID1974 / Shutterstock.com
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Die Sanktionen machen Russland spürbar zu schaffen.

Nicht nur steht Russland vor einem erheblichen Rückgang seiner Ölproduktion, sondern muss aufgrund amerikanischer Sanktionen auch mit erhöhten Schwierigkeiten bei der Reparatur seiner Ölraffinerien rechnen.

Hinzu kommt, dass ukrainische Drohnenangriffe auf die Ölindustrie des Landes die Lage weiter verschärfen könnten, wie Reuters am 4. April unter Berufung auf informierte Quellen berichtete.

Ein komplexes Schlachtfeld

Die Geschichte der bedrängten russischen Ölindustrie ist eine von verweigerter Technologie und direkten Angriffen aus der Ferne. Mit 12 seiner Ölraffinerien, die Berichten zufolge von ukrainischen Drohnen in einer kühnen Angriffsserie getroffen wurden, befindet sich Russland in einer prekären Lage.

Die Folgen dieser Angriffe, zusammen mit den Sanktionen, haben das Land in ein Morast aus logistischen und technischen Herausforderungen gestürzt, die besonders im Fall der NORSI-Anlage von Lukoil PJSC in der Oblast Nischni Nowgorod zu sehen sind.

Hier bleibt eine kritische Benzinproduktionseinheit nach einem Drohnenangriff am 12. März größtenteils reparaturbedürftig, vor allem, weil sich das amerikanische multinationale Ölingenieurunternehmen UOP nach der Invasion aus Russland zurückgezogen hat.

Mit dem Fehlen von UOP, das einzigartiges Wissen für die Reparatur der beschädigten Einheit besaß, sind Russlands heimische Kapazitäten stark beansprucht.

Die Bemühungen um die Wiederbelebung der entscheidenden Einheit sind ins Stocken geraten, da den Ingenieuren die notwendigen Ersatzteile fehlen.

Infolgedessen ist die Einheit seit Januar offline, ohne klaren Weg zur Wiederaufnahme.

Die Auswirkungen sind in der NORSI-Raffinerie, Russlands viergrößter, deutlich spürbar, wo die Benzinproduktion um 40% eingebrochen ist.

Das größere Bild

Die Belastung für Russlands Ölraffinerien reicht über seine Grenzen hinaus und spiegelt sich in den globalen Öldynamiken wider.

Allein die Drohnenangriffe haben im ersten Quartal des Jahres zu einer Stilllegung von etwa 14% der russischen Raffineriekapazität geführt, ein Zeugnis für die greifbaren Auswirkungen des andauernden Konflikts auf die weltweiten Energieversorgungen.

Als Reaktion darauf hat der russische Vizepremierminister Alexander Novak optimistisch erklärt, dass die beschädigten Einrichtungen innerhalb von ein paar Monaten wieder in Betrieb sein könnten, indem sich russische Firmen um die Steigerung der Produktion der notwendigen Komponenten bemühen.

Internationale Auswirkungen und Reaktionen

Die Situation hat die Aufmerksamkeit internationaler Akteure auf sich gezogen, wobei die USA die Ukraine angeblich vor weiteren Angriffen auf russische Öleinrichtungen gewarnt haben, aus Furcht vor einem potenziellen Anstieg der globalen Ölpreise.

Dieses heikle Gleichgewicht wurde durch eine Erklärung des US-Außenministers Antony Blinken unterstrichen, in der klargestellt wurde, dass die USA Angriffe der Ukraine außerhalb ihres Territoriums nicht unterstützt haben.

Indes beharrt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf der Strategie, russische Öl- und Waffenanlagen zu attackieren, und betont, dies sei eine legitime Verteidigungstaktik.