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Neuer Korruptionsskandal trifft Putins engsten Kreis, während ehemaliger Vizeverteidigungsminister festgenommen wird

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Kremlin.ru, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Mehrere hochrangige Beamte mit Verbindungen zu Schoigu sind in letzter Zeit ins Visier von Korruptionsermittlungen geraten.

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Sergei Schoigu galt als einer der engsten Vertrauten von Wladimir Putin innerhalb der russischen Regierung.

Der langjährige Verteidigungsminister arbeitete eng mit dem russischen Präsidenten zusammen und blieb während eines Großteils des Krieges in der Ukraine eine zentrale Figur in der militärischen Führung des Landes.

Ehemaliger Stellvertreter festgenommen

Die russischen Sicherheitsdienste haben Ruslan Zalikow, den ehemaligen ersten stellvertretenden Verteidigungsminister, festgenommen.

Nach Angaben des russischen Ermittlungskomitees, zitiert von RIA Novosti, wurde gegen den 59-jährigen Beamten ein Strafverfahren eröffnet. Die Vorwürfe umfassen unter anderem die Bildung einer kriminellen Organisation, Geldwäsche und Bestechung.

Ermittler sagen, dass Zalikow mit 12 Fällen der Veruntreuung konfrontiert ist, zusätzlich zu weiteren Anklagen im Zusammenhang mit der Geldwäsche gestohlener Gelder und der Annahme von Bestechungsgeldern.

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Die Behörden behaupten, dass die mutmaßlichen Straftaten den Diebstahl von Geldern aus dem Staatshaushalt zwischen 2017 und 2024 betreffen, als Zalikow führende Positionen im Verteidigungsministerium innehatte.

Langjähriger Vertrauter von Schoigu

Zalikow galt weithin als einer der engsten Mitarbeiter von Sergei Schoigu.

Seine Karriere an der Seite von Schoigu begann 1994 im russischen Ministerium für Notfallsituationen, wo er schrittweise in der Hierarchie aufstieg und schließlich erster stellvertretender Minister wurde.

Als Schoigu 2012 zum Verteidigungsminister ernannt wurde, wechselte Zalikow gemeinsam mit ihm ins Verteidigungsministerium und wurde später erster stellvertretender Minister, ein Amt, das er von 2015 bis 2024 innehatte.

Medienrolle und Ermittlungen

Das Recherchemedium Project bezeichnete Zalikow zuvor als Schoigus „General des Pressedienstes“ und verwies auf seine Rolle bei der Gestaltung des Images des Verteidigungsministers in den russischen Medien.

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Nach Angaben der Behörden wurde der Fall gegen ihn auf Grundlage von Materialien aufgebaut, die vom FSB, vom Ermittlungskomitee und von Antikorruptionseinheiten des Innenministeriums gesammelt wurden.

Die russische Nachrichtenagentur TASS berichtete zudem, dass Zalikow auch als Zeuge im früheren Korruptionsfall gegen einen anderen ehemaligen stellvertretenden Verteidigungsminister, Timur Iwanow, aufgetreten war.

Ausweitung der Korruptionsermittlungen

Zalikow verließ das Verteidigungsministerium im Jahr 2024, etwa einen Monat nachdem Schoigu von seinem Posten zurückgetreten war.

Später gab es Versuche, ihn als Senator für die Republik Tuwa, Schoigus Heimatregion, zu ernennen, doch dieser Plan scheiterte.

Seit 2024 ist er nun der vierte ehemalige Stellvertreter von Schoigu, gegen den Anklage erhoben wird, während russische Ermittler ihre Korruptionsverfahren innerhalb des Verteidigungsministeriums ausweiten.

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Quellen: RIA Novosti, TASS, Digi24