Polnischer Premierminister Donald Tusk: "Krieg ist nicht mehr nur ein Konzept aus der Vergangenheit. Er ist real"

Geschrieben von Peter Zeifert

Foto: Shutterstock.com
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Inmitten steigender Spannungen und der Drohung eines Krieges äußern sich europäische Führungskräfte zur prekären Lage des Kontinents, ein Gefühl, das seit den Tagen vor dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gespürt wurde.

Die düstere Warnung des polnischen Premierministers Donald Tusk fasst die wachsende Angst zusammen: Europa steht am Rande eines Konflikts, eine Realität, mit der seit den Weltkriegen nicht mehr gerechnet wurde.

"Krieg ist nicht mehr nur ein Konzept aus der Vergangenheit. Er ist real", bemerkte Tusk in einem bedeutsamen Interview mit LENA, was einen erschreckenden Wandel in der Sicherheitslandschaft des Kontinents unterstreicht.

Der Alarmruf von Tusk ist kein vereinzelter Schrei. Die Invasion der Ukraine durch Russland vor mehr als zwei Jahren zerstörte jede Illusion eines friedlichen, unangreifbaren Europas.

Dieser Akt der Aggression hat europäische Nationen dazu veranlasst, die Waffenproduktion hochzufahren, nicht nur zur Unterstützung der Ukraine, sondern auch zur Stärkung ihrer eigenen Verteidigung.

Der Gedanke an einen Fall Kiews zeichnet ein Albtraumszenario für die europäische Sicherheit, mit Tusk warnend, dass "sich niemand in Europa sicher fühlen würde".

Transatlantische Spannungen und Unterstützung

Das geopolitische Schachbrett sieht zusätzliche Komplexität mit der möglichen Rückkehr Donald Trumps ins US-Präsidentschaftsamt.

Seine früheren NATO-skeptischen Ansichten haben einen Schatten über die Zuverlässigkeit der amerikanischen Militärhilfe geworfen, was eine Bekräftigung der Bedeutung des transatlantischen Bündnisses erforderlich macht, unabhängig von seinem Anführer.

Vor diesem Hintergrund hat der französische Präsident Emmanuel Macron mutig Schritte unternommen und versprochen, die Ukraine unerschütterlich zu unterstützen, selbst während er mit der heiklen Idee des Truppeneinsatzes ringt.

Die prekäre Lage der Ukraine

Die jüngsten Kommentare des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gegenüber der Washington Post unterstreichen die verzweifelte Situation, in der sich die Ukraine befindet.

Ein möglicher Rückzug der US-Militärhilfe könnte zu einem Rückzug zwingen und unterstreicht die entscheidende Rolle der internationalen Unterstützung bei der Aufrechterhaltung der ukrainischen Verteidigungsanstrengungen.

Trotz Munitionsmangels und verstärkten russischen Angriffen auf die Infrastruktur bleibt die Ukraine trotzig, mit Selenskyj, der gelobt, mit Gegenangriffen auf russische Ziele fortzufahren.