Putin stellt sich gegen den aufkommenden nationalistischen Zeitgeist im multiethnischen Russland

Geschrieben von Peter Zeifert

Foto: Shutterstock.com
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Inmitten einer Welle von Fremdenfeindlichkeit, ausgelöst durch einen kürzlichen Terroranschlag, äußert Präsident Putin seine Besorgnis über nationalistische Parolen und unterstreicht die Bedrohung, die sie für die multiethnische Harmonie Russlands darstellen.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat den Anstieg nationalistischer Rhetorik im Land öffentlich verurteilt und zielt dabei speziell auf die Vorstellung ab, dass "Russland nur für Russen" sei.

Seine Kommentare erfolgen im Nachklang eines verstärkten fremdenfeindlichen Sentiments nach einem Terroranschlag in der Crocus City Hall, einem Ereignis, das Spannungen geschürt und zu einer diskriminierenden Rückwirkung gegen Personen tadschikischer Nationalität geführt hat. Dies berichtet die Nachrichtenagentur TASS.

Putins Warnung

Putin sprach das Problem direkt an und erwähnte die Vielfalt der russischen Bevölkerung, die rund 190 ethnische Gruppen umfasst.

Er warnte vor den Gefahren, die es birgt, solchen spaltenden Ideologien nachzugeben, und betonte, dass solche Einstellungen drohen, das gesellschaftliche Gefüge der Nation zu zerstören.

"Sobald wir beginnen, diese zerstörerischen Gedanken umzusetzen... werden wir das Land ruinieren", sagte Putin und hob hervor, dass das russische Volk am meisten unter solcher Spaltung leiden würde.

Ein Anstieg der Fremdenfeindlichkeit

Im unmittelbaren Nachklang des Terrorvorfalls, der Tätern tadschikischer Abstammung zugeschrieben wird, war ein spürbarer Anstieg anti-migrantischer Stimmungen zu verzeichnen.

Dies äußerte sich am sichtbarsten in alltäglichen Interaktionen, mit Berichten, dass Taxikunden in verschiedenen russischen Regionen den Dienst von Fahrern tadschikischer Herkunft unter Verweis auf Sicherheitsbedenken ablehnten.

Diese Entwicklungen haben russische Behörden dazu veranlasst, strengere Maßnahmen zur Regulierung des Zustroms von Migranten anzukündigen, ein Schritt, der bereits zu verstärkter Polizeitätigkeit und Festnahmen an Einreisepunkten wie dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo geführt hat.

Auswirkungen auf Staatsangehörige Zentralasiens

Die Reaktion beschränkte sich nicht nur auf interne Maßnahmen. Im Anschluss an den Vorfall und die darauf folgende Razzia hat die kirgisische Regierung ihre Bürger dazu aufgerufen, unnötige Reisen nach Russland zu vermeiden und verwies dabei auf die verschärften Sicherheitsmaßnahmen sowie die berichteten Misshandlungen von Festgenommenen am Flughafen.

Dieser Rat, zusammen mit Berichten über harte Behandlungen gegenüber Individuen aus Kirgisistan, der Ukraine und Tadschikistan, unterstreicht die weiterreichenden Implikationen der aktuellen Sicherheitslage Russlands auf seine Beziehungen zu benachbarten Ländern.