Putins rechte Hand, Sergej Lawrow, zeigt sich empört

Geschrieben von Jasper Bergmann

Foto: Shutterstock.com
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Putins rechte Hand, Sergej Lawrow, zeigt sich empört.

Häufige Anschuldigungen gegen die westliche Welt sind vom russischen Außenminister Sergej Lawrow zu hören.

Seit Russland die Ukraine angegriffen hat, hat Lawrow kaum eine Gelegenheit ausgelassen, ohne den Westen für das eine oder andere zu tadeln.

Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, dass die USA und die NATO eine angespannte Sicherheitslage verschärft hätten, was Russland mehr oder weniger dazu gezwungen habe, sein Nachbarland zu überfallen.

"Wir haben eine militärische Spezialoperation gestartet, weil es der einzige Weg war, dem Westen zu verdeutlichen, dass es kriminell war, die Ukraine in die NATO einzubinden", sagte er beispielsweise letztes Jahr in einem Interview mit der BBC.

Der Krieg hat nicht nur eine gewaltige humanitäre Krise mit Tausenden zivilen Opfern ausgelöst, sondern auch eine Wirtschaftskrise, die weltweit Schockwellen verursacht hat.

Wieder einmal

Am Mittwoch war es erneut so weit.

Dieses Mal behauptet Lawrow, der Westen würde "Krisen" auf dem globalen Öl- und Gasmarkt provozieren, berichtet Reuters.

Er bezieht sich dabei unter anderem auf den westlichen Boykott russischer Energie, nachdem Wladimir Putin seinen Krieg in Europa initiiert hatte.

"Ein schwerer Schlag für die globale Energiesicherheit", so Lawrow in einem Fernsehinterview laut der Nachrichtenagentur.

"Ein gravierender Fehler"

Laut Lawrow hat die Zerstörung der Nord-Stream-Pipelines im letzten Jahr Europa um günstiges Gas gebracht und es stärker abhängig von kostspieligen Importen aus den USA gemacht.

Er sagt, dass die Amerikaner weiterhin beispielsweise Uran aus Russland kaufen, während sie die EU unter Druck setzen, "alles Russische" zu meiden.

"Die USA zerstören ihre europäischen Verbündeten, während sie gleichzeitig Möglichkeiten schaffen, mehr für ihre Militärindustrie zu verdienen", stellt er fest.

Die Kommentare stehen im Einklang mit dem langjährigen Narrativ Moskaus, dass die Sanktionen gegen Russland ein "Eigentor" waren und der Westen einen "gravierenden Fehler" begangen hat, indem er russische Energie zurückgewiesen hat, schreibt Reuters.

"Andere Länder unter Druck setzen"

Der russische Außenminister behauptet auch, der Westen sei für die Gaskrise verantwortlich, indem er den Prozess des Umstiegs auf umweltfreundlichere Alternativen beschleunigt und damit andere Länder unter Druck setzt, dasselbe zu tun.

"Tatsächlich waren die Ursachen für die negativen Erscheinungen im Energiesektor die unverantwortlichen Handlungen der kollektiven westlichen Welt", sagt Sergej Lawrow.

"Als der Westen beschloss, die grüne Wende für sich selbst zu erzwingen und anderen Ländern dieselbe grüne Wende aufzuzwingen, obwohl diese wirtschaftlich nicht darauf vorbereitet waren."