Startseite Welt Putins Verbündeter kritisiert Russland wegen „erbärmlicher Bauprobleme“

Putins Verbündeter kritisiert Russland wegen „erbärmlicher Bauprobleme“

Kim Jong-un
Office of the President of the Russian Federation / Wikimedia Commons

Die Regierungspartei erließ umgehend eine Notfallanordnung zur Verzögerung der Eröffnung.

Der Bau einer Brücke bringt Nachbarn normalerweise näher zusammen.

Doch wenn ein riesiges Bauprojekt auf halbem Weg über das Wasser stecken bleibt, kann es sich schnell in einen diplomatischen Albtraum verwandeln.

Nun sorgt ein mit Spannung erwarteter Grenzübergang für ernsthafte Spannungen.

Eine ins Stocken geratene Verbindung

Nordkorea und Russland versprachen, ihre Freundschaft mit einer brandneuen Straßenverbindung zu vertiefen. Das 89 Millionen Pfund teure Projekt erstreckt sich über den Tumen-Fluss.

Dies markiert den allerersten Autobahnübergang zwischen den beiden Nationen. Um einen kürzlich geschlossenen Sicherheitspakt zu feiern, bewarben lokale Beamte intensiv ein großes Eröffnungsereignis.

Die Dinge liefen nicht nach Plan. Während Beamte in Pjöngjang sich beeilten, ihre Hälfte der Betonkonstruktion fertigzustellen, bleibt die andere Seite eine staubige Baustelle.

Der Schuldige wird benannt

Auf ihrer Seite des Wassers stellten nordkoreanische Arbeiter die Pflasterung schnell fertig und errichteten die notwendigen Zollkontrollpunkte. Sie wollten eine strikte Frist im Juni einhalten.

Moskau verfehlte das Ziel komplett. Russische Bautrupps haben es versäumt, die Verbindungsstraßen und unterstützenden Einrichtungen Monate nach einer vorläufigen Zeremonie fertigzustellen.

Das Scheitern hat im Inneren des abgeschotteten Staates leise Empörung ausgelöst. Eine ungenannte lokale Quelle teilte kürzlich die bittere interne Stimmung dem Daily NK mit, wie vom Daily Express zitiert wird.

„Unsere Beamten seien außer sich vor Frustration, dass die Eröffnung der Tumen-Fluss-Brücke, die wir zum zweiten Jahrestag des koreanisch-russischen Vertrages unbedingt erreichen wollten, aufgrund Russlands erbärmlicher Bauprobleme verzögert worden sei“, erklärte die Quelle.

Ein dritter Akteur tritt auf den Plan

Die Regierungspartei erließ umgehend eine Notfallanordnung zur Verzögerung der Eröffnung. Interne Einschätzungen deuten darauf hin, dass es noch ein ganzes Jahr dauern könnte, bis reguläre Autos die Grenze endlich überqueren.

Diese Verzögerung schafft ein völlig neues Problem, das China betrifft. Peking wünscht sich dringend einen Bootszugang über denselben Fluss, um das Meer zu erreichen.

Die neue Konstruktion liegt zu niedrig, als dass große Frachtschiffe darunter hindurchfahren könnten. Diese physische Barriere löst eine angespannte regionale Pattsituation aus.

Auf der Suche nach Einfluss

Unternehmerische Politiker in Pjöngjang sehen eine plötzliche Gelegenheit. Sie wollen dieses aktuelle diplomatische Chaos nutzen, um ihre chinesischen Nachbarn stark unter Druck zu setzen.

Nordkorea hofft, Peking dazu zu zwingen, eine völlig andere Flussbrücke zu öffnen, die seit Jahren leer steht. Sie spielen ein Spiel mit hohen Einsätzen.

Vorerst wartet die Grenzstadt Rason einfach ab. Der eisfreie Hafen bleibt ein seltenes Zentrum für den Außenhandel, auch wenn seine neueste Autobahn ins Nichts führt.

Quellen: Daily Express, Daily NK