Russischer Soldat wegen betrunkenem Granatangriff auf Kameraden zu 23 Jahren Haft verurteilt

Peter Zeifert

1 Woche vor

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07/06/2024
Welt
Foto: Shutterstock.com
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Ein betrunkener russischer Soldat hat bei einem rücksichtslosen Granatangriff sieben Kameraden getötet und wurde dafür zu 23 Jahren Haft verurteilt.

Der russische Soldat Dimitry Lobovikov wurde nach einem betrunkenen Granatangriff, bei dem sieben seiner Kameraden ums Leben kamen, zu 23 Jahren in einem Hochsicherheitsgefängnis verurteilt.

Das 2. Westliche Militärgericht fällte das Urteil nach dem Schuldspruch einer Jury, wie TASS berichtete.

Die Nacht des Angriffs

In den frühen Morgenstunden des 14. Januar 2023 ereignete sich im Gebiet Belgorod in einer ehemaligen Schule, die zu einer Kaserne umfunktioniert worden war, ein schrecklicher Vorfall.

Lobovikov, offenbar stark alkoholisiert, zog den Sicherungsstift einer Granate und warf sie in die Schlafräume seiner Kameraden.

Die Explosion führte zum Tod von sieben Soldaten und zur Verletzung von 16 weiteren. Vor Gericht wurde ausgesagt, dass Lobovikov aus „Rowdytum“ gehandelt habe, ein Begriff, der im russischen Recht oft zur Beschreibung von rücksichtlosem oder gewalttätigem Verhalten verwendet wird.

Gerichtsverfahren und Urteil

Während des Prozesses behauptete Lobovikov, er habe niemanden töten wollen und beschrieb seine Handlungen als Folge von Dummheit und Alkohol.

Trotz seiner Bitten um Freispruch befand die Jury ihn für schuldig, jedoch als etwas strafmildernd.

Das Gericht verurteilte ihn schließlich zu 23 Jahren, wobei die ersten fünf Jahre im Gefängnis und der Rest in einer Strafkolonie verbüßt werden sollen.

Er wurde auch zu einer Geldstrafe von 70.000 Rubel verurteilt und seines Ranges als Unteroffizier enthoben.

Lobovikov wurde wegen mehrfachen Mordes an zwei oder mehr Personen durch eine gefährliche Methode, illegalen Besitzes von Sprengstoffen und vorsätzlicher Zerstörung von Eigentum durch Explosion angeklagt.

Zunächst hatte die Anklage eine 24-jährige Haftstrafe gefordert und dabei die Schwere der Verbrechen betont. Das Gericht schloss jedoch die Anklage wegen Verursachung leichter Verletzungen aus, da diese als redundant angesehen wurde.

Die Verteidigung hat die Möglichkeit, das Urteil anzufechten, aber derzeit haben Lobovikovs Handlungen zu einer erheblichen Haftstrafe und einer deutlichen Erinnerung an die tragischen Folgen von Rücksichtslosigkeit und Alkohol im Militär geführt.