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Preisunterschied im ICE-Bordrestaurant: Schweizer zahlen mehr

Deutsche Bahn
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Im Bordrestaurant der Deutschen Bahn gibt es unterschiedliche Preise je nach Währung.

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Im grenzüberschreitenden Zugverkehr zwischen Deutschland und der Schweiz können Reisende im ICE ihr Essen und ihre Getränke in zwei Währungen bezahlen. Doch die angewendete Umrechnung sorgt für Diskussionen.

Wie CH Media berichtet, gibt es deutliche Preisunterschiede zwischen Euro- und Frankenbeträgen im Bordrestaurant bei der Deutschen Bahn.

Mittelwert statt Tageskurs

Die Deutsche Bahn betont, dass Fahrgäste im deutsch-schweizerischen Verkehr „sowohl in Euro als auch in Schweizer Franken zahlen – in bar und mit Karte“ können. Zum verwendeten Wechselkurs erklärt ein Sprecher: „Wir bilden hier über einen längeren Zeitraum einen Mittelwert, da eine Echtzeit-Abbildung technisch nicht möglich ist.“

Der Bahn sei „nicht bekannt“, dass es zu diesem Thema vermehrt Kundenbeschwerden gebe. „Im Gegenteil. Das niedrigere Preisniveau der DB-Bordgastronomie wird von unseren Fahrgästen in der Schweiz sehr geschätzt.“

Wie lang der Zeitraum ist, aus dem dieser Mittelwert berechnet wird, lässt das Unternehmen offen.

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Deutliche Differenzen

Die von CH Media ausgewerteten Bistropreise zeigen, dass die in Franken angeschriebenen Beträge klar über dem aktuellen Umrechnungskurs liegen.

Ein großer Milchkaffee wird etwa mit 5 Euro oder 6 Franken ausgewiesen, ein Frühstücksangebot mit 7.90 Euro beziehungsweise 9.50 Franken. Auch warme Speisen und Snacks weisen ähnliche Abweichungen auf.

Auf der Speisekarte liegen die in Franken angeschriebenen Preise rund 20 Prozent über den Eurobeträgen. Beim aktuellen Wechselkurs von etwa 0.92 Franken pro Euro fällt die effektive Differenz noch höher aus.

Nach Berechnungen auf Basis des mittleren Wechselkurses der vergangenen drei Jahre summiert sich der Effekt auf rund ein Viertel Mehrbelastung für Kundinnen und Kunden, die in Franken bezahlen.

Blick zurück

Die Diskussion berührt ein sensibles Thema in den deutsch-schweizerischen Wirtschaftsbeziehungen. In den 2000er Jahren, als der Euro deutlich stärker war, rechneten einzelne Schweizer Tourismusbetriebe Barzahlungen teilweise zum Verhältnis eins zu eins um.

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Deutsche Medien reagierten damals mit scharfer Kritik. Unter anderem schrieb Bild „Abzocke in den Alpen! Euro zählt wie Franken“ sowie „Schweizer kassieren unsere Euros 1:1“. Der Spiegel schrieb: „Abgerechnet wird in Franken – kassiert in Euro“. Konsumentenschützer forderten mehr Transparenz bei der Währungsumrechnung.

Ob die heutige Praxis im Zugverkehr vergleichbar ist, bleibt Ansichtssache.

Unterschiedliche Modelle

Ein Vergleich mit den Schweizerischen Bundesbahnen zeigt unterschiedliche Ansätze. Laut CH Media rechnen die SBB in ihren Bordrestaurants Speisen und Getränke im Verhältnis eins zu eins um. Das geschieht, obwohl der Franken zuletzt stärker notierte als der Euro.

Die Frage, wie Unternehmen im grenzüberschreitenden Verkehr Wechselkurse festlegen, dürfte damit weiter für Gesprächsstoff sorgen.

Quelle: CH Media, Bild, Der Spiegel

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