Ozeane stehen vor einer „dreifachen Bedrohung“ durch extreme Hitze, Sauerstoffverlust und Versauerung

Olivia Rosenberg

1 Woche vor

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06/06/2024
Wissenschaft
Foto: Shutterstock
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Forscher warnen vor extremen Bedingungen in den Meeren.

Die Ozeane der Welt stehen vor einer „dreifachen Bedrohung“ durch extreme Hitze, Sauerstoffverlust und Versauerung. 

Laut einer Studie, die in AGU Advances veröffentlicht wurde und von der The Guardian berichtet, haben sich diese extremen Bedingungen in den letzten Jahrzehnten erheblich verschärft und setzen die marine Tierwelt enorm unter Druck. 

Ein Fünftel der weltweiten Meeresoberfläche ist besonders anfällig für diese gleichzeitigen Bedrohungen, die durch menschliche Aktivitäten wie die Verbrennung fossiler Brennstoffe und Abholzung angetrieben werden.

Joel Wong, Forscher am ETH Zürich und Hauptautor der Studie, warnt, dass die Ozeane bereits durch die Klimakrise in einen extremen Zustand gedrängt werden.

Diese „intensiven extremen Ereignisse“ werden voraussichtlich in Zukunft häufiger auftreten und Meeresökosysteme und Fischereien weltweit stören. 

In den oberen 300 Metern der betroffenen Ozeane dauern diese kombinierten Ereignisse nun dreimal länger und sind sechsmal intensiver als in den frühen 1960er Jahren.

Die Wissenschaftler analysierten das Auftreten von extremer Hitze, Deoxygenierung und Versauerung und stellten fest, dass solche extremen Ereignisse bis zu 30 Tage andauern können. Besonders betroffen sind die Tropen und der Nordpazifik. 

Die anhaltende Erwärmung der Ozeane hat besorgniserregende Ausmaße erreicht und lässt sich teilweise nicht vollständig erklären, was die kommende Hurrikansaison besonders beunruhigend macht.

Zusätzlich zur Hitze nimmt der Gehalt an Kohlendioxid im Meerwasser zu, was zur Versauerung führt und die Schalen von Meerestieren auflöst. 

Diese Bedingungen ähneln denen am Ende des Perms vor etwa 252 Millionen Jahren, als das „große Sterben“ zwei Drittel der marinen Lebensformen auslöschte. 

Andrea Dutton, Geologin und Klimawissenschaftlerin an der University of Wisconsin-Madison, betont, dass diese Bedrohungen das Überleben vieler Meeresorganismen gefährden und die Menschen erkennen müssen, dass die Ozeane eine wichtige Rolle bei der Abmilderung der auf dem Land erlebten Wärme spielen.