Vier der 33 Triebwerke der Super-Heavy-Rakete zündeten während des letzten Countdowns nicht. SpaceX will vor einem weiteren Startversuch zwei Triebwerke austauschen.
SpaceX hat am Donnerstag den geplanten 13. Testflug von Starship abgebrochen, nachdem vier Triebwerke der Super-Heavy-Trägerrakete nicht gezündet hatten.
Das automatische System stoppte die Startsequenz etwa eine Sekunde vor dem Abheben von der Starbase im Süden des US-Bundesstaates Texas. Der Zündvorgang hatte drei Sekunden zuvor begonnen, doch die Computer schalteten die übrigen Triebwerke ab, als der unvollständige Startvorgang erkannt wurde.
Kurz nach dem Abbruch begann das Startteam damit, Methan und flüssigen Sauerstoff aus der Rakete abzulassen. Das 90-minütige Startfenster hatte um 17.45 Uhr Ortszeit beziehungsweise 22.45 Uhr UTC begonnen, berichtet 20 Minutos.
Startschutzsysteme funktionierten wie vorgesehen
SpaceX-Gründer und CEO Elon Musk erklärte:
„Einige der Triebwerke haben nicht gezündet, wodurch der Start automatisch abgebrochen wurde.“
Später teilte Musk mit, dass vor einem weiteren Startversuch zwei Triebwerke ausgetauscht werden sollen. Dieser könnte bereits in der darauffolgenden Woche stattfinden. Warum die beiden anderen Triebwerke nicht zündeten, wurde zunächst nicht näher erläutert.
Die Rakete blieb auf der Startrampe stehen, während sich Rauch und Dampf rund um den Startturm verzogen. Da kein Flug stattfand, gilt das Ereignis vom Donnerstag als abgebrochener Startversuch und nicht als durchgeführter Flug 13.
Es wäre der zweite Flug der modernisierten Starship-V3-Konfiguration gewesen. SpaceX entwickelte die neue Version, um Antrieb, Avionik und Zuverlässigkeit zu verbessern und dem Ziel einer vollständig wiederverwendbaren zweistufigen Rakete näherzukommen.
Test hatte weiterreichende Ziele
Nach dem Missionsplan sollten sich Starship und Super Heavy nach dem Aufstieg voneinander trennen. Die Trägerrakete sollte ihre Triebwerke während des Rückflugs erneut zünden und anschließend kontrolliert im Golf von Mexiko wassern.
Die Oberstufe hatte 20 der neuesten experimentellen Starlink-Satelliten von SpaceX an Bord. Diese sollten mit bereits im Orbit befindlichen Raumfahrzeugen kommunizieren. Einige von ihnen sollten außerdem während des suborbitalen Flugs den Hitzeschild von Starship fotografieren. Die Bergung der beiden Stufen war nicht vorgesehen.
Die NASA verfolgt die Entwicklung von Starship, da SpaceX eine Version des Raumfahrzeugs als bemannten Mondlander entwickelt. Artemis III soll im Jahr 2027 eines oder beide kommerziellen Landesysteme im Erdorbit testen.
Nach den derzeitigen Plänen der NASA soll Artemis IV die erste Mission werden, bei der Astronauten in der Nähe des Südpols des Mondes landen. Blue Origin entwickelt im Rahmen eines NASA-Vertrags ebenfalls einen separaten Mondlander für eine spätere Artemis-Mission.
Quellen: 20 Minutos