Das Design überschreitet die strengen Höhenvorschriften in der Hauptstadt und wäre doppelt so hoch wie das nahegelegene Lincoln Memorial.
Skylines prägen eine Stadt. Die Veränderung dieser berühmten Silhouetten ist selten ein stiller Prozess.
Wann immer ein Staatschef ein massives neues Bauwerk in einer historischen Hauptstadt vorschlägt, horchen die Menschen auf, und die jüngste große architektonische Vision hat es sicherlich geschafft, eine heftige Debatte auszulösen.
Eine turmhohe Ambition
Präsident Donald Trump möchte zum 250. Jahrestag Amerikas einen bleibenden Eindruck in Washington hinterlassen.
Planer bereiten den Bau eines 76,2 Meter hohen Triumphbogens auf Columbia Island vor. Kritiker haben ihn bereits als ‚Arc de Trump‘ bezeichnet.
Laut Unilad würde das Bauwerk zwischen der Arlington Memorial Bridge und dem Nationalfriedhof Arlington liegen. Dieser Standort platziert es direkt gegenüber dem ikonischen Lincoln Memorial am Fluss.
Das massive Projekt schreitet schnell voran. Eine verkleinerte Version wurde bereits im vergangenen Juni auf einer Staatsmesse ausgestellt.
Die Skyline durchbrechen
Das Design überschreitet die strengen Höhenvorschriften in der Hauptstadt und wäre doppelt so hoch wie das nahegelegene Lincoln Memorial.
Gesetzlich vorgeschrieben, prüfte der National Park Service die Pläne. Ihr Urteil war vernichtend. Die Bewertung ergab, dass das Projekt 37 historische Stätten negativ beeinflussen würde.
Zu den beeinträchtigten Wahrzeichen gehören das Washington Monument und das Thomas Jefferson Memorial.
Regierungsexperten stellten fest, dass der Bogen „ein neues vertikales Element in ein Landschaftssystem zwingen würde, das historisch durch sorgfältig verwaltete horizontale monumentale Kompositionen, offene flussorientierte Ausblicke und koordinierte landschaftliche Parkwegerlebnisse gekennzeichnet ist.“
Absichtliche Dominanz
Externe Historiker sind mit dem massiven Monument gleichermaßen unzufrieden.
Im Gespräch mit der New York Times sagte der Denkmalschutzbeauftragte Roger W. Kirchen, die negativen Auswirkungen „seien beabsichtigt und inhärent“. Er warf den Planern vor, „die umgebende Landschaft dominieren zu wollen“.
Der lokale Beamte Mical Durak teilte der Parkbehörde mit, dass „Maßstab und Masse des Bogens im Kontext seiner historischen Umgebung unangemessen seien“.
Trotz des Gegenwinds verteidigt die Trump-Regierung ihre kühne Vision.
Ein Sprecher des Innenministeriums sagte gegenüber The Independent, das Projekt werde inspirieren. „Große Nationen bauen wunderschöne Bauwerke und Kunstwerke, die Nationalstolz und Vaterlandsliebe kultivieren“, erklärten sie.
Eine ikonische Ergänzung
Der Sprecher des Weißen Hauses, Davis Ingle, besteht darauf, dass das Monument letztendlich von der Öffentlichkeit angenommen werde.
„Der Triumphbogen im Memorial Circle wird eines der ikonischsten Wahrzeichen nicht nur in Washington, D.C., sondern weltweit sein“, argumentierte Ingle.
Die Zeit wird knapp. Berichte deuten darauf hin, dass die Prüfung durch die Parkbehörde tatsächlich nicht die Befugnis besitzt, den Bau zu stoppen.
Quellen: Unilad, National Park Service, The New York Times, The Independent