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Trumps „Rede“ lobt den American Dream – doch es ist nicht seine Stimme

Donald Trump
The White House / Wiki Commons

Die Stimme klingt völlig authentisch, stammte aber nie vom Präsidenten.

Sehen ist nicht länger Glauben, wenn es um Videos im Internet geht.

Die Technologie kann mittlerweile berühmte Persönlichkeiten mit alarmierender Genauigkeit nachahmen, sodass das Publikum raten muss, was echt ist.

Manchmal scheinen sogar die beteiligten Personen diese Grenzen zu verwischen.

Eine vertraute Stimme

Präsident Donald Trump teilte kürzlich ein Werbevideo mit seinen Millionen Followern. Der neue Clip lobte einen staatlichen Hypothekenriesen in den höchsten Tönen.

Zuhörer erkannten sofort den unverwechselbaren Ton des Präsidenten. Laut HuffPost behauptet ein Sprecher, der Präsident werde „als der größte Wohnungspräsident der Geschichte eingehen“, bevor die vertraute Stimme übernimmt.

Die Stimme übermittelt dann eine nostalgische Botschaft über Wohneigentum. „Amerika wurde Haus für Haus aufgebaut, ich glaube das, denn der American Dream war nie nur eine Idee“, sagt die Stimme im Video.

Warnung fehlte

Die Stimme klingt völlig authentisch, stammte aber nie vom Präsidenten. Die Associated Press berichtete Anfang dieses Jahres, dass künstliche Intelligenz das Audio erstellt hat.

Wohnungsdirektor Bill Pulte teilte die Anzeige ursprünglich im Januar auf der X-Plattform mit einer klaren Warnung. Zuschauer sahen ein Etikett am unteren Bildschirmrand. Dort stand: „Das Audio von Präsident Trump ist KI-generiert und wird mit Genehmigung verwendet.“

Das änderte sich, als der Präsident den Clip am Montag auf Truth Social hochlud. Die HuffPost stellte fest, dass das entscheidende Warnetikett in dem Video, das seinen Followern gezeigt wurde, vollständig fehlte.

Fragen der Authentizität

Die Regierung hatte die Verwendung künstlicher Intelligenz zur Nachbildung des Präsidenten für diese Kampagne zuvor genehmigt. Es ist jedoch weiterhin unbekannt, welche Software genau den Deepfake erstellt hat.

Die HuffPost berichtete, dass unklar sei, ob das Weiße Haus ähnliche synthetische Audios für andere Materialien genehmigt habe. Die Publikation kontaktierte Beamte für eine Stellungnahme, hat aber keine Erklärung erhalten.

Der Präsident postet häufig Inhalte mit künstlicher Intelligenz und lobt die Technologie offen. Er behauptete 2024, ein Computerprogramm habe eine seiner Reden wunderschön umgeschrieben, und schwor, es wieder zu verwenden.

Eine authentische Plattform

Die Situation schafft einen seltsamen Kontrast für die Kommunikationsstrategie der Regierung. Der Sprecher des Weißen Hauses, Davis Ingle, verteidigte kürzlich in einem Interview im letzten Monat die Social-Media-Gewohnheiten des Präsidenten.

Ingle sagte der HuffPost, dass die Plattform erfolgreich sei, weil „sie als authentische Stimme von Präsident Trump dient.“

Nun sendet genau dieselbe Plattform eine synthetische Stimme ohne jegliche Warnung an die Öffentlichkeit. Das lässt Wähler raten, was echt ist und was generiert wurde.

Quellen: HuffPost, The Associated Press