Der Weltraum über der Erde wird immer voller, und Wissenschaftler sagen, dass sich die Risiken längst nicht mehr nur auf die Umlaufbahn beschränken.
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Forscher warnen, dass Trümmerteile, die durch die Atmosphäre zurückfallen, eine Gefahr darstellen könnten, die der Erde deutlich näher kommt.
Ein Szenario, das einst als fern galt, wird nun ernsthaft in Betracht gezogen.
Eine im vergangenen Jahr veröffentlichte Studie legt nahe, dass die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Weltraumschrott mit stark frequentiertem Luftraum in Berührung kommt. Experten sagen, 2026 könnte einen Wendepunkt markieren.
Überfüllte Umlaufbahn
Der niedrige Erdorbit erstreckt sich von etwa 160 bis 1.930 Kilometern über der Erdoberfläche.
Nach Angaben von Wissenschaftlern befinden sich dort inzwischen schätzungsweise 40.000 Trümmerteile, von ausgedienten Satelliten bis hin zu Fragmenten von Raumfahrzeugen.
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Diese Überlastung baut sich seit Jahrzehnten auf. Bereits 1978 warnten die NASA-Wissenschaftler Donald Kessler und Burton Cour-Palais vor dem später sogenannten Kessler-Syndrom, einer Theorie, die Kettenkollisionen vorhersagt, wenn die Umlaufbahn immer voller wird.
Sollte es zu einer solchen Kettenreaktion kommen, könnten Satelliten zerstört werden, die für Navigation, Kommunikation, Landwirtschaft und Reisen unverzichtbar sind.
Rückkehr zur Erde
Mit der zunehmenden Füllung der Umlaufbahn treten mehr Trümmerteile wieder in die Erdatmosphäre ein. Die meisten verglühen, jedoch nicht immer auf kontrollierte Weise.
Laut einer Anfang 2025 veröffentlichten Studie besteht im Jahr 2026 eine Wahrscheinlichkeit von 26 Prozent, dass Weltraumschrott bei einem unkontrollierten Wiedereintritt durch einige der verkehrsreichsten Lufträume der Welt fliegt.
Das entspricht einer Chance von mehr als eins zu vier.
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Die Forscher betonen, dass dies nicht bedeutet, dass es zwangsläufig zu einer Kollision kommt, die Wahrscheinlichkeit ist jedoch nicht mehr zu vernachlässigen.
Risiko für Flugzeuge
Die Sorge beschränkt sich nicht auf große Satelliten. Auch kleinere Fragmente können gefährlich sein, insbesondere wenn sie Flugrouten von Verkehrsflugzeugen kreuzen.
Benjamin Virgili Bastida, Ingenieur für Weltraumschrottsysteme bei der Europäischen Weltraumorganisation, erklärte das Risiko gegenüber Space.com.
„Flugzeuge können auch von sehr viel kleineren Trümmerteilen betroffen sein“, sagte er.
Er verglich die Gefahr mit Flugzeugen, die durch Vulkanasche fliegen, bei der winzige Partikel Triebwerke und kritische Systeme beschädigen können.
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Beinahe-Zwischenfälle
Im Sommer 2025 trat ein SpaceX-Raumfahrzeug über Europa in die Atmosphäre ein. Das Ereignis führte zu vorübergehenden Luftraumsperrungen, während die Behörden das Risiko bewerteten.
Dieser Vorfall warf neue Fragen auf, wie Luftfahrtbehörden auf unkontrollierte Wiedereintritte reagieren sollten.
Experten sagen, eine bessere Abstimmung zwischen Raumfahrtagenturen und Luftfahrtaufsichtsbehörden werde entscheidend sein.
Auch wenn katastrophale Szenarien weiterhin unwahrscheinlich sind, warnen Forscher, dass die wachsende Menge an Trümmern dazu führen könnte, dass Beinahe-Zwischenfälle häufiger werden.
Quellen: Space.com, Europäische Weltraumorganisation, NASA, Ladbible