Der britische Premierminister ist nach einer achtjährigen Pause nach Peking zurückgekehrt und signalisiert damit einen Kurswechsel nach einer langen Phase angespannter Beziehungen zu China.
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Der Besuch erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die globale Diplomatie intensiviert und westliche Regierungen angesichts wachsender Unsicherheit in Washington ihren Umgang mit Peking neu bewerten.
Nach Angaben von Reuters sagte Premierminister Keir Starmer dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping am 29. Januar, er strebe eine „anspruchsvolle Beziehung“ zu China an, die sich auf Wachstum und Sicherheit konzentriere.
Zunächst innenpolitische Risiken
Starmers Reise ist im eigenen Land auf Kritik gestoßen. Die Vorsitzende der Konservativen Partei, Kemi Badenoch, erklärte, sie wäre nicht nach China gereist und verwies auf Sicherheitsrisiken.
Britische Geheimdienste haben China zuvor der Spionage gegen die britische Regierung beschuldigt, Vorwürfe, die Peking zurückweist. Frühere konservative Regierungen verschärften zudem die Beschränkungen für chinesische Investitionen und kritisierten Pekings Vorgehen in Hongkong, was zu jahrelangen diplomatischen Spannungen beitrug.
Starmer verteidigte seinen Ansatz und erklärte, globale Ereignisse wirkten sich unmittelbar auf britische Haushalte und die nationale Sicherheit aus.
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Ein konkretes Abkommen
Die Downing Street teilte mit, Starmer und Xi würden eine gemeinsame Initiative zur Bekämpfung von Schleusernetzwerken ankündigen – ein Beispiel für praktische Zusammenarbeit trotz umfassenderer Meinungsverschiedenheiten.
Die Vereinbarung zielt darauf ab, den Einsatz chinesischer Motoren auf kleinen Booten zu reduzieren, die zum Transport von Asylsuchenden über Europa genutzt werden. Britische und chinesische Behörden werden Informationen über Lieferwege austauschen und mit Herstellern zusammenarbeiten, um zu verhindern, dass organisierte Kriminalität legale Unternehmen ausnutzt, erklärte die britische Regierung.
Signal für einen Neustart
Starmers Labour-Regierung hat Schwierigkeiten, das versprochene Wirtschaftswachstum zu liefern, weshalb verbesserte Handels- und Investitionsbeziehungen Priorität haben. Er reiste in Begleitung von mehr als 50 britischen Wirtschaftsvertretern nach China.
„China ist ein zentraler Akteur auf der globalen Bühne, und es ist entscheidend, dass wir eine anspruchsvollere Beziehung aufbauen, in der wir Kooperationsmöglichkeiten identifizieren, aber selbstverständlich auch einen substantiellen Dialog über Bereiche führen können, in denen wir unterschiedlicher Meinung sind“, sagte Starmer laut Reuters zu Xi.
Xi erklärte, die Beziehungen zwischen beiden Ländern hätten „Höhen und Tiefen“ erlebt, die keiner Seite genutzt hätten, und China sei bereit, eine langfristige strategische Partnerschaft zu verfolgen.
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Breitere Diplomatie
Starmer ist der jüngste westliche Staats- oder Regierungschef, der den Dialog mit Peking sucht, da Verbündete angesichts der Unberechenbarkeit von US-Präsident Donald Trump vorsichtiger agieren. Dessen Zollandrohungen und außenpolitische Äußerungen haben Partner verunsichert.
Starmer sagte, seine Regierung sei gewählt worden, um Großbritannien „wieder nach außen zu öffnen“, und stellte das Engagement gegenüber China als Notwendigkeit und nicht als Billigung dar.
Quellen: Reuters