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Männer besonders stark von vermeidbarem Krebs betroffen

Chemotherapy, cancer
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Eine neue internationale Untersuchung zeigt, dass ein erheblicher Teil der weltweiten Krebserkrankungen nicht unvermeidlich ist.

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Demnach könnten mehr als ein Drittel aller Krebsdiagnosen verhindert werden, wenn bekannte Risikofaktoren reduziert oder vermieden würden.

Die Analyse gilt als die bislang umfassendste Auswertung zu vermeidbaren Krebsursachen auf globaler Ebene und liefert wichtige Hinweise für Präventionsstrategien in unterschiedlichen Weltregionen.

Lebensstil, Umwelt und Infektionen als Hauptfaktoren

Den Forschern zufolge lassen sich rund 38 Prozent aller Krebsfälle weltweit auf vermeidbare Ursachen zurückführen.

Besonders häufig spielen Rauchen, Alkoholkonsum und bestimmte Infektionen eine Rolle. Erstmals wurden Infektionen systematisch als Krebsursache in eine globale Analyse einbezogen.

André Ilbawi, Leiter des WHO-Teams für Krebsbekämpfung und Mitautor der Studie, erklärte: „Dies ist die erste weltweite Untersuchung, die zeigt, wie hoch das Krebsrisiko durch vermeidbare Ursachen tatsächlich ist.“

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Dadurch lasse sich das Ausmaß präventiver Möglichkeiten besser einschätzen.

Deutliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern

Die Ergebnisse zeigen klare geschlechtsspezifische Unterschiede. Während bei Frauen weltweit etwa 30 Prozent der Krebsfälle vermeidbar wären, liegt dieser Anteil bei Männern bei rund 45 Prozent.

Zu den bekannten infektionsbedingten Krebsarten zählen Gebärmutterhalskrebs, der häufig durch humane Papillomviren ausgelöst wird, sowie Magenkrebs, der oft mit Helicobacter-pylori-Bakterien zusammenhängt.

Insgesamt hätten nach Berechnungen der Forscher von 18,7 Millionen neuen Krebsfällen im Jahr 2022 weltweit mehr als sieben Millionen verhindert werden können.

Deutschland im internationalen Vergleich

Auch für Deutschland zeigt die Analyse einen hohen Anteil vermeidbarer Erkrankungen.

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Bei Frauen entfallen rund 30 Prozent der Krebsneuerkrankungen auf vermeidbare Faktoren, bei Männern knapp 39 Prozent.

Besonders stark wirkt sich Rauchen aus, gefolgt von Alkohol, Übergewicht, UV-Strahlung, Infektionen und beruflichen Belastungen.

Die Epidemiologin Ute Mons vom Deutschen Krebsforschungszentrum bezeichnete die Methode als bewährt und erklärte, ähnliche Ergebnisse seien bereits in früheren deutschen Studien beobachtet worden.

Regionale Unterschiede weltweit

In vielen Ländern Afrikas und Asiens sind Infektionen der wichtigste vermeidbare Risikofaktor, während in Europa, Nordamerika und Australien vor allem Rauchen dominiert.

Studienleiterin Isabelle Soerjomataram betonte: „Die Bekämpfung dieser vermeidbaren Ursachen ist eine der wirksamsten Möglichkeiten, die weltweite Krebslast zu senken.“

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Quellen: Bunte, Studie in Nature Medicine