Diplomatische Gespräche über ein mögliches Ende des Krieges in der Ukraine konzentrieren sich zunehmend auf territoriale Fragen. Europäische Vertreter ringen damit, wie weit von Kyjiw Kompromisse erwartet werden könnten und was es im Gegenzug erhalten könnte.
Gerade lesen andere
Laut der deutschen Zeitung Die Welt prüfen EU-Hauptstädte, ob politische und sicherheitspolitische Anreize Teil eines umfassenderen Regelungsrahmens sein könnten. Der Bericht legt nahe, dass die künftige Beziehung der Ukraine zur Europäischen Union in vertraulichen Gesprächen zunehmend als zentrales Element betrachtet wird, berichtet LA.LV.
Territoriale Spannungen
Im Zentrum der Debatte steht der Status des Donbas und anderer besetzter Regionen. Jeder Vorschlag, der territoriale Anpassungen vorsieht, bleibt in Kyjiw äußerst sensibel, wo die Abtretung weiteren Landes weithin als inakzeptabel gilt.
Die Vereinigten Staaten, von Die Welt als Hauptvermittler beschrieben, sollen ein Modell fördern, das Sicherheitsgarantien für die Ukraine mit Regelungen kombiniert, die es Russland erlauben würden, die Kontrolle über bestimmte besetzte Gebiete zu behalten. Die Gespräche dauern an, und es wurde keine Einigung bekannt gegeben.
Europäische Beamte räumen ein, dass selbst begrenzte Zugeständnisse einer starken politischen Rechtfertigung bedürften – sowohl innenpolitisch in der Ukraine als auch unter den EU-Mitgliedstaaten.
Beitrittskalkül
In diesem Zusammenhang wurde ein beschleunigter EU-Beitritt als möglicher langfristiger Anreiz ins Spiel gebracht. Von Die Welt zitierte Quellen deuten darauf hin, dass ein klarerer Weg zur Mitgliedschaft angeboten werden könnte, falls nach dem Ende der Kämpfe ein umfassenderer Kompromiss erzielt wird.
Lesen Sie auch
Ein formeller Beitritt zur Union würde jedoch von der Erfüllung strenger Bedingungen abhängen. Die Ukraine müsste Reformen fortsetzen, Institutionen zur Korruptionsbekämpfung stärken und die Unabhängigkeit der Justiz im Einklang mit den EU-Standards festigen.
Jede Erweiterungsentscheidung muss zudem von allen Mitgliedstaaten einstimmig gebilligt werden – ein Prozess, der häufig komplexe Verhandlungen und politische Kompromisse mit sich bringt.
Obwohl Berichten zufolge informelle Zeitpläne erörtert wurden, warnen Diplomaten, dass der Beitritt letztlich ein regelbasiertes Verfahren ist, das nicht über Nacht abgeschlossen werden kann.
Quellen: Die Welt, LA.LV