In einer abgelegenen Siedlung Tausende Kilometer von der Ukraine entfernt ist nahezu jeder Haushalt vom Krieg betroffen.
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Sedanka, ein kleines Dorf in der russischen Region Kamtschatka, hat laut einem von o2.pl zitierten Bericht der BBC sämtliche Männer im Alter von 18 bis 55 Jahren in den Krieg ziehen sehen.
Die Gemeinde zählt lediglich 258 Einwohner. Von den 39 Männern dieser Altersgruppe, die Militärverträge unterzeichneten, wurden 12 als gefallen bestätigt, sieben gelten als vermisst, berichtete die BBC.
Eine entvölkerte Gemeinschaft
„Der Mann meiner Schwester und meine Cousins sind an der Front. Fast jede Familie hat jemanden, der kämpft“, sagte eine Bewohnerin der BBC.
Bei einem Besuch des Regionalgouverneurs im März 2024 erklärten örtliche Frauen ihm: „Alle unsere Männer sind in den Krieg gezogen.“ Sie fügten hinzu, dass niemand mehr da sei, um Holz zu schlagen, das zum Heizen der Häuser in den harten Wintermonaten benötigt werde.
Sedanka wird überwiegend von Angehörigen der indigenen Gruppen der Korjaken und Itelmen bewohnt. Nach russischen Vorschriften können solche Gemeinschaften von der Mobilisierung ausgenommen werden, doch die Männer aus dem Dorf meldeten sich Berichten zufolge freiwillig.
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Abgelegen und unterversorgt
Das Dorf liegt mehr als 7.000 Kilometer von der Ukraine entfernt. Die meisten Bewohner leben vom Fischfang und von kleinbäuerlicher Landwirtschaft zur Selbstversorgung.
Die grundlegende Infrastruktur ist begrenzt. Laut BBC verfügen die Häuser weder über fließendes Wasser noch über sanitäre Einrichtungen im Haus oder Zentralheizung.
Sedanka ist von Tundra und Sumpfgebieten umgeben. Der Zugang zum nächstgelegenen Verwaltungszentrum ist zwischen Mai und Oktober per Boot oder Kettenfahrzeug möglich, im Winter sind die Bewohner auf Schneemobile oder Hubschrauber angewiesen.
Steigende Opferzahlen
Die BBC verfolgt gemeinsam mit dem unabhängigen russischen Medium Mediazona und freiwilligen Forschern bestätigte militärische Todesfälle. Die Organisationen berichteten, dass allein im Jahr 2025 insgesamt 40.201 russische Soldaten als gefallen identifiziert wurden.
Insgesamt hat die BBC nach eigenen Angaben seit Beginn der großangelegten Invasion in der Ukraine den Tod von 186.102 russischen Soldaten verifiziert.
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Für Sedanka bedeuten diese Zahlen tiefgreifende demografische und soziale Auswirkungen, da eine Generation von Männern im erwerbsfähigen Alter in einem Dorf fehlt, das ohnehin mit Isolation und begrenzten Ressourcen zu kämpfen hat.
Quellen: BBC, Mediazona, o2.pl