Fast 8.000 Menschen starben oder gelten als vermisst auf Migrationsrouten im vergangenen Jahr, teilte die Migrationsorganisation der Vereinten Nationen mit und warnte, dass die tatsächliche Zahl wahrscheinlich deutlich höher liegt.
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Die Internationale Organisation für Migration (IOM) erklärte, dass Mittelkürzungen und eingeschränkter Zugang zu betroffenen Gebieten die Dokumentation von Todesfällen erschwert hätten und damit das tatsächliche Ausmaß der Krise verschleierten.
Die Zahlen wurden am Donnerstag in einer Mitteilung der in Genf ansässigen Organisation veröffentlicht, berichtet Reuters.
Warnung der IOM
Die IOM verzeichnete im Jahr 2025 entlang globaler Migrationsrouten 7.667 Todesfälle und Vermisste, nach fast 9.200 im Vorjahr. Sie betonte jedoch, dass der offensichtliche Rückgang eher auf eine verringerte Überwachungskapazität als auf eine verbesserte Sicherheit zurückzuführen sein könnte.
In vielen Regionen würden legale Migrationswege eingeschränkt, wodurch Menschen zu irregulären, von Schleusern organisierten Reisen gedrängt würden, so die Organisation. Regierungen in Europa, den Vereinigten Staaten und anderswo hätten die Durchsetzung verschärft und erheblich in Abschreckungsmaßnahmen investiert.
„Der anhaltende Verlust von Menschenleben auf Migrationsrouten ist ein globales Versagen, das wir nicht als normal hinnehmen dürfen“, sagte IOM-Generaldirektorin Amy Pope in der Mitteilung.
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„Diese Todesfälle sind nicht unvermeidlich. Wenn sichere Wege außer Reichweite sind, werden Menschen zu gefährlichen Reisen und in die Hände von Schleusern und Menschenhändlern gezwungen. Wir müssen jetzt handeln, um sichere und reguläre Wege auszuweiten und sicherzustellen, dass Schutzbedürftige unabhängig von ihrem Status geschützt werden können.“
Tödlichste Routen
Seewege blieben besonders gefährlich. Die IOM meldete mindestens 2.108 Todesfälle oder Vermisste im Mittelmeer sowie 1.047 auf der Atlantikroute zu den spanischen Kanarischen Inseln.
In Asien wurden rund 3.000 Todesfälle von Migranten dokumentiert, wobei Afghanen mehr als die Hälfte ausmachten. Zudem registrierte die Organisation 922 Todesfälle auf der Route vom Jemen über das Horn von Afrika in Richtung Golfstaaten – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Die meisten Betroffenen waren Äthiopier, von denen viele bei drei separaten Schiffsunglücken ums Leben kamen.
Die Organisation erklärte, sie sei von erheblichen Kürzungen der US-Finanzierung betroffen, wodurch sie gezwungen gewesen sei, einige Programme zur Unterstützung von Migranten und zur Überwachung von Risiken zurückzufahren oder einzustellen.
Der Trend halte offenbar an. Bis zum 24. Februar dieses Jahres seien bereits 606 Todesfälle von Migranten im Mittelmeer registriert worden, so die IOM, was nach ihren Angaben die anhaltende humanitäre Notlage unterstreiche.
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Quellen: Reuters, Internationale Organisation für Migration