Instagram wird Eltern künftig benachrichtigen, wenn ihre Teenager wiederholt nach Inhalten zu Suizid oder Selbstverletzung suchen, während Regierungen, darunter Großbritannien, strengere Beschränkungen für die Nutzung sozialer Medien durch junge Menschen in Erwägung ziehen.
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Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsenden Drucks in mehreren Ländern, dem jüngsten Beschluss Australiens zu folgen, den Zugang zu sozialen Medien für Kinder unter 16 Jahren zu verbieten.
Die zu Meta gehörende Plattform Instagram erklärte, die neue Funktion werde ab kommender Woche in ausgewählten Ländern eingeführt, berichtet Reuters.
Neue Benachrichtigungen für Eltern
In einer Erklärung vom Donnerstag teilte die Plattform mit, dass Eltern, die sich für die optionalen Aufsichtstools angemeldet haben, benachrichtigt werden, wenn ihr Kind innerhalb kurzer Zeit mehrfach versucht, auf Inhalte im Zusammenhang mit Suizid oder Selbstverletzung zuzugreifen.
„Diese Benachrichtigungen bauen auf unserer bestehenden Arbeit auf, um Jugendliche vor potenziell schädlichen Inhalten auf Instagram zu schützen“, erklärte das Unternehmen. „Wir haben strenge Richtlinien gegen Inhalte, die Suizid oder Selbstverletzung fördern oder verherrlichen.“
Instagram erklärte, bestimmte Suchanfragen würden bereits blockiert und Nutzer an Unterstützungsangebote weitergeleitet. Das Benachrichtigungssystem soll zunächst in den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Australien und Kanada für Familien eingeführt werden, die die Aufsichtseinstellungen nutzen.
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Für Konten von Nutzern unter 16 Jahren ist eine elterliche Zustimmung erforderlich, um Sicherheitseinstellungen anzupassen. Eltern können sich zudem – vorbehaltlich der Zustimmung ihres Teenagers – für zusätzliche Kontrollfunktionen anmelden.
Politischer Druck nimmt zu
Die Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem politische Entscheidungsträger in Großbritannien weitere Maßnahmen zum Schutz von Kindern im Internet prüfen. Im Januar erklärte die britische Regierung, sie erwäge nach dem im Dezember eingeführten australischen Verbot strengere Schritte.
Auch Spanien, Griechenland und Slowenien haben signalisiert, mögliche Beschränkungen für den Zugang junger Menschen zu sozialen Medien zu prüfen.
Regierungen sehen sich zunehmenden Forderungen nach einem Eingreifen ausgesetzt, nachdem Bedenken hinsichtlich schädlicher Online-Inhalte laut wurden, darunter Kontroversen um den KI-Chatbot Grok, der nicht einvernehmliche sexualisierte Bilder erzeugt hat.
In Großbritannien haben jüngste Bemühungen, den Zugang von Kindern zu Pornografie-Websites einzuschränken, eine Debatte über die Datenschutzrechte von Erwachsenen ausgelöst und Spannungen mit den Vereinigten Staaten hinsichtlich Meinungsfreiheit und regulatorischer Zuständigkeiten verschärft.
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Angesichts der zunehmenden Prüfung stehen soziale Medienunternehmen unter wachsendem Druck, nachzuweisen, dass sie jüngere Nutzer schützen können, ohne dass umfassende gesetzliche Verbote erforderlich sind.
Quellen: Reuters, Meta Platforms Inc