Sintflutartige Regenfälle haben im Südosten Brasiliens tödliche Überschwemmungen und Erdrutsche ausgelöst, wodurch Dutzende Menschen ums Leben kamen und Tausende aus ihren Häusern vertrieben wurden.
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Die Behörden im Bundesstaat Minas Gerais erklären, dass nach Tagen intensiver Regenfälle ganze Stadtviertel überflutet worden sind. Rettungskräfte suchen weiterhin nach vermissten Bewohnern, während weiterer Regen den bereits durchnässten Boden bedroht, berichtet Sky News.
Steigende Opferzahlen
Nach Angaben der staatlichen Feuerwehr sind mindestens 46 Menschen bei den Überschwemmungen ums Leben gekommen. Behörden zufolge werden 21 Personen weiterhin vermisst, während etwa 3.600 Bewohner in den Städten Juiz de Fora und Ubá ihre Häuser verlassen mussten.
Die beiden Städte liegen rund 110 Kilometer voneinander entfernt und etwa 310 Kilometer nördlich von Rio de Janeiro.
Bürgermeisterin Margarida Salomão erklärte, seit Beginn der heftigen Regenfälle am Montagabend habe es in Juiz de Fora mindestens 20 Erdrutsche gegeben. Die örtlichen Behörden warnten, dass instabile Hänge erneut nachgeben könnten.
Familien schwer getroffen
Unter den Opfern war der elfjährige Bernardo Lopes Dutra, der starb, als sein Haus unter der Last der Regenmassen einstürzte. Seine Beerdigung fand am Mittwoch statt.
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Sein Vater Ricardo Dutra sagte: „Ich versuche, die Scherben aufzusammeln.“
„Es ist eine Tragödie, mit der niemand gerechnet hat“, fügte er hinzu und beschrieb seinen Sohn als „einen Jungen mit einem großen Herzen, der auf seine Weise jeden um sich herum berührt hat“.
Ein Freund der Familie, Nalvan Luiz, sagte bei der Trauerfeier: „Egal wie sehr man sich bemüht, irgendwann fühlt man sich machtlos. Man erlebt eine solche Situation – Menschen, die in den Trümmern eingeschlossen sind – und es gibt nichts mehr, was man tun kann, der eigene Beitrag hat seine Grenzen.“
Unterkünfte und Hilfe
Während Schlamm die Straßen bedeckt und weitere Erdrutsche befürchtet werden, haben Hunderte Familien in Kirchen und Schulen Zuflucht gesucht. Der Geistliche Ananias Simoes erklärte, seine Kirche in Juiz de Fora sei in eine Notunterkunft umgewandelt worden.
„Wir tun, was wir können, sammeln Lebensmittel und Wasser. Wir befinden uns in einer Kriegssituation“, sagte er.
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Der Lastwagenfahrer Dario Tiberio verließ sein Haus aus Angst, es könne einstürzen. „Es besteht die Gefahr, dass Schlamm und Erde kommen und uns zusammen mit den Trümmern begraben. Wir haben dieses Gefühl der Unsicherheit“, sagte er.
Stadtvertreter erklärten, rund 600 Familien in Hochrisikogebieten würden in zu Notunterkünften umfunktionierte Schulen umgesiedelt. In Juiz de Fora fiel etwa doppelt so viel Regen wie normalerweise im Februar zu erwarten wäre.
Der Unterricht wurde sowohl in Juiz de Fora mit rund 560.000 Einwohnern als auch in Ubá mit etwa 107.000 Einwohnern ausgesetzt.
Die brasilianische Bundesregierung erklärte, sie habe die Bereitstellung humanitärer Hilfe beschleunigt und Gesundheitspersonal sowie Angehörige der nationalen Verteidigung entsandt, um die örtlichen Behörden zu unterstützen.
Quelle: Sky News