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Wenn selbst der Himmel zum Hotspot wird – und die Ruhe verschwindet

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Flugzeug flog 10 Minuten ohne aktive Steuerung durch einen Piloten

Kostenloses WLAN erreicht nun auch die Kabine.

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Was lange als selbstverständliche Funkpause galt, könnte bald Geschichte sein. Auch im Flugzeug wird konstante Online-Verbindung zur neuen Normalität.

Während Fluggesellschaften aufrüsten, wächst zugleich die Frage, ob Menschen diese permanente Verbindung überhaupt wollen.

Sehnsucht nach Stille

Für viele galt das Flugzeug bisher als legitime Unterbrechung der digitalen Dauerpräsenz. Wer im Jet saß, musste nicht antworten – und niemand erwartete es.

Der Psychologe Christian Montag von der Universität Macau erklärt gegenüber Nau.ch: „Vieles was wir online machen, geschieht mittlerweile gewohnheitsgemäss und wenig reflektiert.“

Digitale Routinen seien tief verankert. Plattformen hätten über Jahre hinweg mittels A/B-Tests herausgefunden, wie Design, Benachrichtigungen und personalisierte Inhalte Nutzer möglichst lange binden.

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Der Aufenthalt im Flugzeug habe sich dadurch zu einer Art Sonderzone entwickelt. „Ich glaube, dass Menschen diesen Ort ,romantisieren‘, weil es einer der letzten Offline-Rückzugsorte ist“, so Montag weiter.

Konzern setzt auf Starlink

Parallel dazu treibt die Lufthansa-Gruppe den technischen Ausbau voran. Wie Nau.ch berichtet, sollen ab der zweiten Jahreshälfte 2026 schrittweise alle Flugzeuge des Konzerns mit der Starlink-Technologie ausgerüstet werden.

Zur Gruppe zählen auch Swiss und Edelweiss. Die Umrüstung betrifft bestehende Maschinen ebenso wie neue Modelle. Streaming, cloudbasiertes Arbeiten und datenintensive Anwendungen sollen damit während des Flugs möglich sein.

Für Edelweiss ist zudem vorgesehen, neue A350-Flugzeuge bereits ab Indienststellung mit dem System auszurüsten.

Kostenlos aber nicht Folgenlos

Das Angebot soll breit zugänglich sein. „Das Highspeed-Internetangebot mit Starlink wird für alle Lufthansa Group Statusprogramm-Mitglieder (Miles & More, Anm. d. Red.) und Travel ID-Nutzer kostenlos sein“, erklärt Lufthansa-Pressesprecherin Sarah Mikoleizik gegenüber Nau.ch.

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Die Registrierung sei gratis und auch noch an Bord möglich. „So hat de facto jeder Gast die Möglichkeit, kostenfrei auf das Internetangebot an Bord zuzugreifen“, sagt Mikoleizik weiter.

Auch Austrian Airlines, ebenfalls Teil der Gruppe, plant laut Nau.ch eine vollständige Ausstattung ihrer Flotte bis 2029.

Doch mit der technischen Aufrüstung verändert sich womöglich auch die Erwartungshaltung.

„Viele von uns sehnen sich nach Entschleunigung und einer Digitalauszeit. Wenn wir dann aber mal Urlaub haben und uns diese gönnen könnten, fällt uns dies nicht leicht. Die Digitalverhaltensmuster sind einfach sehr stark eingeübt“, sagt Montag.

Was bislang als automatische Antwortpause galt, könnte damit künftig zur bewussten Entscheidung werden.

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Quelle: Nau.ch